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Der Unterschied zwischen brutto und netto ist wichtig für die Finanzplanung.

Erstes Gehalt: Diese Abzüge kommen auf Sie zu

Mit dem Berufseinstieg nach dem Studium oder der Ausbildung steht auch die erste Gehaltsverhandlung an. Verhandelt wird hierbei immer das Bruttogehalt. Der Betrag, der am Schluss vom Einkommen übrigbleibt, fällt allerdings deutlich geringer aus – ein Umstand, den viele Berufsanfänger unterschätzen. Doch was hat es mit brutto und netto eigentlich auf sich? Und mit welchen Fixkosten müssen Sie rechnen?


Brutto und netto: Das ist der Unterschied

In Stellenanzeigen, Arbeitsverträgen und Jobinterviews ist meist vom Bruttogehalt die Rede. Gemeint ist damit das Gehalt vor Abzügen. Von dieser Summe werden:

  • die Sozialabgaben (Kranken-, Renten-, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung),
  • ggf. die Kirchensteuer,
  • Lohnsteuer
  • ggf. der Solidaritätszuschlag abgezogen.

Das geschieht automatisch über den Arbeitgeber, der Arbeitnehmer muss dafür gar nichts tun. Was am Ende übrig bleibt, nennt sich Nettogehalt.

Info: Der Solidaritätszuschlag wurde nach der deutschen Wiedervereinigung eingeführt. Er dient dazu, die Kosten der deutschen Einheit zu finanzieren. Grundsätzlich zahlt ihn jeder Steuerzahler in Deutschland. Seit Januar 2021 fällt der Solidaritätszuschlag für die meisten weg – weitere Infos dazu finden Sie hier.

Die Fixkosten im Blick: Was dann vom Nettogehalt noch übrig bleibt

Der schöne Moment, wenn das erste Gehalt überwiesen wird ist meist nur von kurzer Dauer. Denn von dieser Summe müssen Sie sämtliche Fixkosten begleichen. Aber was zählt eigentlich alles dazu? Und wie hoch sollte der Anteil der Fixkosten im Vergleich zum Nettoeinkommen höchstens sein? Einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge können Sie sich bei Ihren fixen Ausgaben an folgenden Richtwerten orientieren:

  • Miete: Die Warmmiete (also inklusive Nebenkosten) sollte nicht mehr als ein Drittel des Nettogehalts ausmachen. Dies ist aber in einigen Regionen und vor allem in Großstädten nicht immer möglich.
    Info: Laut Statistischem Bundesamt liegen die Kosten für Wohnen, Energie und Instandhaltung derzeit im Bundesschnitt bei 34,1 Prozent und damit etwas über dem empfohlenen Wert.
  • Mobilität: Wer in erster Linie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, muss für eine Monatskarte in Deutschland zwischen 60 und 80 Euro einkalkulieren. In manchen Berufen und Regionen ist ein Auto unabdinglich. Finanzberater empfehlen, für den Autokauf höchstens sechs Netto-Gehälter auszugeben. Neben dem reinen Kaufpreis kommen noch die laufenden Kosten hinzu. Versicherungsbeiträge, Sprit und Instandhaltungskosten sollten 15 Prozent des Nettoeinkommens nicht übersteigen.
  • Lebensmittel: Dieser Ausgabenbereich kann je nach Lebensverhältnissen stark schwanken. Bei einem Singlehaushalt sollten für Lebens- und Genussmittel etwa 15 Prozent des Einkommens einkalkuliert werden. Bei einer Familie mit Kindern kann das deutlich mehr sein.
  • Altersvorsorge: Das ist eine wichtige Rücklage, an der Sie nicht sparen sollten. Da die gesetzliche Rente sehr knapp bemessen ist, sind persönliche Rücklagen sinnvoll. Wieviel Sie hierfür ausgeben sollten, hängt von Ihrem Alter, Einkommen und Vermögen ab. Als Faustregel des DIW Berlin gilt folgender Prozentsatz des Bruttoeinkommens:

    •  Berufseinsteiger: 4-6 Prozent
    •  30-Jährige: 5-8 Prozent
    •  über 40-Jährige: 7-10 Prozent

Bezogen auf die gesamten Fixkosten wird ein Richtwert von 50 Prozent empfohlen. Bestenfalls sollte also nicht mehr als die Hälfte Ihres Nettogehalts für die monatlichen Ausgaben draufgehen. Angesichts der teils saftigen Mieten in Großstädten und Ballungszentren kann der Fixkosten-Anteil bei den dort ansässigen Bürgern aber durchaus rund 55 Prozent betragen.

Erstes Gehalt: Mit dem 3-Konten-Modell effizient haushalten

Neben den monatlichen Fixkosten für Miete, Strom, Dinge des Alltags gibt es natürlich weitere Ausgaben.  So sind Ausgaben für Freizeit und Kultur, den Urlaub, Weiterbildung oder auch unvorhersehbare Ausgaben für die neue Waschmaschine oder kostspielige Autoreparatur nötig. Um mit seinem Gehalt effizient zu haushalten und die erforderlichen Beträge rechtzeitig zurückzulegen, bietet sich das sogenannte 3-Konten-Modell an. Das Grundprinzip: Jedes Konto ist für eine spezifische Ausgabenposition reserviert:

  • Konto 1 für Fixkosten: Planen Sie für diesen Posten ca. 50-55 Prozent der Einnahmen ein.
  • Konto 2 für Sparziele und Notgroschen: Ca. 10 Prozent der Einnahmen sollten monatlich auf dieses Konto fließen. Der Betrag ist für Notlagen gedacht und auch für die langfristigen Rücklagen reserviert, etwa die zusätzliche private Altersvorsorge.
  • Konto 3 für Freizeit: Rund 10 Prozent der Einkünfte können hier für Freizeit, Hobby und auch für Urlaube zurückgelegt werden.

Natürlich sind die absoluten Ausgaben immer individuell und müssen dem individuellen Lebensstil angepasst werden. Daher lohnt es sich, ein Haushaltsbuch zu führen und aufzuschreiben, wie viel man pro Monat genau ausgibt und in welchen Bereichen man welches Budget gebraucht wird. Anhand der Ergebnisse können Sie ganz leicht Ihre Kontenverteilung anpassen oder bestimmte Kostenpunkte ganz streichen. Weiter Tipps zum Haushaltsbuch finden Sie hier.

Langfristiges Sparen: Vermögenswirksame Leistungen nutzen

In jedem Fall sollte für die Altersvorsorge gespart werden, denn die gesetzliche Rente wird sehr wahrscheinlich nicht ausreichen, um den Lebensstandard im Alter aufrechtzuerhalten. Hierfür sollten Sie idealerweise auch die sogenannten Vermögenswirksamen Leistungen (VL) nutzen, sofern Ihr Arbeitgeber Ihnen diese freiwillig oder nach Tarifvertrag gewährt. VL sind eine Möglichkeit, die eigenen Sparleistungen durch den Arbeitgeber bezuschussen zu lassen. Diese Finanzhilfe kann bis zu 40 Euro monatlich betragen und in verschiedene neue oder bereits vorhandene Verträge fließen, etwa in einen Fondssparplan oder einen Bausparvertrag. 

Fazit

Gerade beim Berufseinstieg ist es wichtig, einen Überblick seiner Einnahmen und Ausgaben zu gewinnen. So behält man die Kontrolle über seine Finanzen und kann sich einen konkreten Plan erstellen, um Geld für Notfälle zurück zu legen und um langfristigen Sparziele zu erreichen.

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