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Kontopfändung

Gesperrtes Girokonto

Droht das Einfrieren Ihres Girokontos durch eine Kontopfändung? Hier informieren wir Sie rund um das Thema Kontopfändung und wie Sie damit umgehen können.

Überblick
Was ist eine Kontopfändung?

Eine Kontopfändung ist eine Zwangsvollstreckungsmaßnahme, mit der ein Gläubiger versucht, sein ihm zustehendes Geld einzufordern. Dafür hat er einen sogenannten Pfändungs- und Überweisungsbeschluss erwirkt. Dieser ermöglicht es ihm, das betroffene Konto zu sperren und das darauf liegende Geld pfänden zu lassen, um die bestehenden Schulden zu begleichen.

Was bedeutet das für Sie?
  • Nach einer Kontopfändung wird das Guthaben auf Ihrem Konto bis zur Höhe der Pfändung gesperrt.
  • Hierbei gibt es zunächst keinen automatischen Schutz Ihres Existenzminiums, auch nicht eventueller Sozialleistungen. Das heißt, ihr gesamtes Girokontoguthaben kann gesperrt werden.
  • Auszahlungen sind nur noch möglich, wenn Ihr Girokonto mehr Guthaben als der gepfändete Betrag ausweist. Dies gilt auch für Daueraufträge und Lastschriften. Auch Ihre Sparkassen­-Card und Kreditkarten sind im Zahlungsverkehr nicht mehr einsetzbar.
Welche Lösungsalternativen haben Sie?

Grundsätzlich haben Sie zwei Handlungsmöglichkeiten.

  1. Pfändung bezahlen – Wenn möglich, bezahlen Sie Ihre Pfändung sofort, dadurch werden am nächsten Tag alle Konten entsperrt.
  2. Pfändungsschutzkonto – Schließen Sie eine "Zusatzvereinbarung Pfändungsschutzkonto" zu Ihrem Girokonto ab, um sich monatlich einen Freibetrag (ein Teil Ihrer Einkünfte) zur Teilnahme am Zahlungsverkehr zu sichern.

Informieren Sie sich gerne auf dieser Seite über beide Lösungsalternativen und deren konkrete Auswirkungen. Egal, welche Lösung Sie bevorzugen: Leiten Sie die nächsten Schritte direkt online ein.

Pfändung Bezahlen

Bezahlvorgang

Voraussetzung für die Bezahlung der Pfändung ist ein von der Berliner Sparkasse an Sie zugestelltes Pfändungsschreiben, das die Einzelheiten zu Ihrer Pfändung beinhaltet. Außerdem benötigen Sie für eine erfolgreiche Bezahlung ein Girokonto der Berliner Sparkasse mit ausreichend Deckung. Sie können Ihre Pfändung in Teilen oder vollständig bezahlen.

Pfändungsschutzkonto
Was ist ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto)?

Ein Pfändungsschutzkonto – auch P-Konto genannt – ist ein Girokonto, das Ihnen ermöglicht, trotz vorliegender Pfändung über einen pfändungsfreien Betrag zu verfügen. Dieser Freibetrag steht je Kalendermonat zur Verfügung und dient der Sicherung ihres Existenzminimums. Somit kann der Gläubiger nicht mehr auf das gesamte Kontoguthaben zugreifen. Auch Ihre Lastschriften und Daueraufträge können innerhalb des Freibetrags weiter ausgeführt werden.
Solange keine Pfändung vorliegt, können Sie weiterhin uneingeschränkt über das Konto verfügen (inklusive Nutzung Kreditkarten und Überziehungsmöglichkeiten im vorhandenen Rahmen).

Schützt mich ein Pfändungsschutzkonto vor Pfändungen?

Ein P-Konto schützt nicht vor einer Pfändung. Die Berliner Sparkasse hat auch keine Möglichkeit, die Gründe und Umstände der Pfändung zu prüfen. Weiterführende Informationen können Sie nur bei Ihrem Gläubiger anfordern.

Wer darf ein Pfändungsschutzkonto haben?

Grundsätzlich darf jeder Inhaber eines Privatgirokontos, sowie sein gesetzlicher Vertreter (z. B. bei Betreuten) sein Girokonto auf ein P-Konto umstellen bzw. als Neukunde ein solches Konto einrichten. Die Umwandlung Ihres Kontos ist für Online-Banking Kunden auch präventiv möglich, das heißt bereits vor dem Vorliegen einer Pfändung.

Hinweis:

Bitte beachten Sie, dass die Konto-Umwandlung nur einmalig notwendig ist und nicht bei weiteren Pfändungen erneut erfolgen muss. Sollten Sie bereits einmal einen Antrag gestellt haben, aktiviert sich Ihr Pfändungsschutzkonto bei Zustellung einer neuen Pfändung automatisch.


Die Umwandlung Ihres Girokontos in ein P-Konto ist nur möglich, wenn alle der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

 

  1. Bei Ihrem Konto handelt es sich um ein Einzelkonto (kein Gemeinschaftskonto)
  2. Kontoinhaber des umzuwandelnden Kontos sind Sie selbst
  3. Sie besitzen bisher noch kein P-Konto, auch nicht bei anderen Kreditinstituten

Zusatzvereinbarung „Pfändungsschutzkonto” zum Girovertrag

Pfändungsschutzkonto – Bescheinigung nach § 850k ZPO

Kundeninformation zum Pfändungsschutzkonto

FAQ
Wie kommen Kontopfändungen zustande?

Die Pfändung von Geldforderungen auf dem Girokonto erfolgt durch die Zustellung eines beim Amtsgericht erwirkten Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses an uns als Berliner Sparkasse. Dies wird vom Gläubiger der Geldforderung veranlasst.

Was ist ein Gläubiger?

Ein Gläubiger ist jemand (z. B. ein Unternehmen), der gegen Sie eine Geldforderung aus Leistungen oder Käufen hat, die Sie von ihm bezogen haben.

Wie bekomme ich mit, dass mein Konto gepfändet wurde?

Die ausführliche Information über die Zustellung der Pfändung erhalten Sie schriftlich auf dem Postweg oder – wenn vorhanden und von Ihnen zur Nutzung aktiviert – in ihr elektronisches Postfach.

Wie bekomme ich ein P-Konto?

Sie wandeln einfach Ihr bestehendes Girokonto um. Wichtig ist, dass es sich um ein Einzelkonto handelt und dass Sie nicht bereits ein anderes P-Konto haben (auch nicht bei anderen Banken).

Bitte beachten Sie, dass die Konto-Umwandlung nur einmalig notwendig ist und nicht bei weiteren Pfändungen erneut erfolgen muss. Sollten Sie bereits einmal einen Antrag gestellt haben, aktiviert sich Ihr Pfändungsschutzkonto bei Zustellung einer neuen Pfändung automatisch.

Ist die Umwandlung in ein P-Konto auch noch nach Kontopfändung möglich?

Ja – die Umwandlung kann auch beantragt werden, wenn für das Girokonto bereits Pfändungen zugestellt wurden. Geschieht dies innerhalb von 4 Wochen ab Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses an die Berliner Sparkasse, dann gilt die Schutzwirkung des P-Kontos ab Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses. Das bedeutet, dass Sie sich den Freibetrag auch bis zu vier Wochen nach Eingang der Pfändung sichern können.

Bitte beachten Sie, dass die Konto-Umwandlung nur einmalig notwendig ist und nicht bei weiteren Pfändungen erneut erfolgen muss. Sollten Sie bereits einmal einen Antrag gestellt haben, aktiviert sich Ihr Pfändungsschutzkonto bei Zustellung einer neuen Pfändung automatisch.

Gibt es Einschränkungen beim P-Konto?

Nein – solange keine Pfändung vorliegt. Sobald eine Pfändung vorliegt, werden ggf. vorhandene Kreditkarten gesperrt und eingeräumte Dispositionskredite gelöscht.

Was kostet ein P-Konto?

Es gelten die normalen Kontoführungsgebühren. Für die Zusatzvereinbarung eines P-Kontos fallen keine zusätzlichen Kosten an.

Kann das P-Konto auch ein Gemeinschaftskonto sein?

Nein, die Führung des P-Kontos als Gemeinschaftskontos (z. B. gemeinsames Konto mit Ihrem Ehepartner) ist nicht zulässig. Wenn nur ein Kontoinhaber von der Pfändung betroffen ist, muss ein Einzelkonto eröffnet werden, welches als P-Konto geführt wird.

Wird das Gemeinschaftskonto trotzdem gesperrt?

Ja, auch wenn die Pfändung nur einen der Kontoinhaber betrifft.

Wie hoch ist mein pfändungsfreier Betrag?

Der gesetzlich festgelegte Pfändungsfreibetrag beläuft sich seit dem 1. Juli 2017 auf mindestens 1.133,80 € pro Kalendermonat.

Ist eine Erhöhung des Grundfreibetrages möglich?

Ein erhöhter Freibetrag ist möglich z. B. wenn Sie minderjährige Kinder zu versorgen haben. Diesen erhöhten Freibetrag müssen Sie der Berliner Sparkasse anhand des Vordruckes „Bescheinigung nach § 850k Abs. 5 ZPO” nachweisen, indem Sie uns diesen per Email an bsk-pfaendungen@s-servicepartner.de senden.

Wer erstellt diese Bescheinigungen?

Den Nachweis des Anrechts auf erhöhte Pfändungsfreibeträge erstellen z. B. Arbeitgeber, Sozialleistungsträger wie das Jobcenter, Familienkassen, Rechtsanwälte, Steuerberater und die anerkannten Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen.

Werden bei Vereinbarung eines P-Kontos meine bestehenden Kredite gekündigt?

Nein, das Merkmal P-Konto hat keinerlei Auswirkungen auf die Bonität des Kunden, solange keine Pfändungen vorliegen. Wenn bereits ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss gegen Sie vorliegt, kann das negative Auswirkungen auf Ihre Bonität bei künftigen Krediten haben.

Können auch Firmenkonten als P-Konto geführt werden?

Ja, wenn es sich um Einzelkaufleute oder Selbständige handelt, d. h. der Kontoinhaber eine natürliche Person ist.

Kann die Zusatzvereinbarung zum P-Konto von der Bank gekündigt werden?

Grundsätzlich nein, es sei denn, Sie haben mehr als ein P-Konto.

Wann kann ich über Gutschriften oder Guthaben verfügen?

Grundsätzlich können Sie direkt über Guthaben nach Bezahlung der Pfändung verfügen.
Am Tag der Pfändungszustellung sind keine Verfügungen möglich. Wenn Sie über ein P-Konto verfügen, werden Ihnen Guthaben und Gutschriften trotz Bestehen einer Pfändung spätestens am folgenden Werktag zur Verfügung gestellt, sofern Ihr monatlicher Freibetrag nicht ausgeschöpft ist.

Besteht kein P-Konto können Sie ebenfalls am folgenden Werktag über den Pfändungsbetrag hinausgehendes Guthaben verfügen.

Wie ist der Bearbeitungsstand eingereichter Aufträge?

Bitte haben Sie Geduld und sehen von Nachfragen ab. Alle eingehenden Aufträge, wie z. B. Bezahlungsaufträge, Aufhebungen, Freibetragserhöhungen etc. werden umgehend bearbeitet.

Sollte ein Auftrag nicht ausgeführt werden können, erhalten sie schriftlich eine Benachrichtigung hierüber.

Werden Ruhenderklärung bzw. Aussetzungen der Pfändung akzeptiert?

Grundsätzlich werden keine Ruhenderklärungen akzeptiert. Verfügungen über Guthaben und Gutschriften sind durch Umwandlung Ihres Girokontos in ein P-Konto im Rahmen Ihres Freibetrages möglich.

Wie erhalte ich eine Kopie des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses?

Eine Zusammenstellung aller Pfändungen können Sie schriftlich an folgende Adresse beauftragen:  

S-Servicepartner Berlin GmbH
KOS 22/23
Brunnenstraße 111
13355 Berlin

 Dieser Auftrag ist kostenpflichtig.
Pro Kopie des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses wird eine Gebühr in Höhe von z. Zt. 5,50 EUR erhoben.

Wie erhalte ich generelle Auskünfte zur Pfändung wie Anschrift, Telefonnummer des Gläubigers oder Höhe der Forderung?

Die ausführliche Information über den Eingang der Pfändung und Angaben zum Pfändungsgläubiger sowie der Forderungshöhe erhalten Sie umgehend bei Zustellung der Pfändung in Schriftform oder – wenn vorhanden und von Ihnen zur Nutzung aktiviert – in ihr elektronisches Postfach.

Wo kann ich mich bei Fragen zu meiner Pfändung informieren?

Die meisten Informationen finden Sie auf unserer Informationsseite.

Sollten Sie noch weitere Informationen benötigen (z. B. zum auszahlbaren Betrag), wenden Sie sich an unsere Pfändungshotline unter der Rufnummer 030 208 778 441 am Montag und Mittwoch von 8:30 Uhr bis 16:00 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr und Freitag von 8:30 Uhr bis 15:00 Uhr oder nehmen Sie Kontakt per Email auf: bsk-pfaendungen@s-servicepartner.de

📞030 208 778 441

Mo+Mi: 8:30 – 16:00 Uhr
Di+Do: 8:30 – 18:00 Uhr
Fr:  8:30 – 15:00 Uhr

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