Wie hoch Ihre gesetzliche Rente einmal ausfallen wird, hängt davon ab, wie viele Jahre Sie insgesamt gearbeitet und wie viel Sie dabei verdient haben. In den wenigsten Fällen reichen diese Rentenzahlungen aus, um damit gut über die Runden zu kommen. Wir erklären Ihnen, wie sich Ihre Rente zusammensetzt und zeigen, welche private Altersvorsorge sinnvoll sein könnte.
Wissen Sie, mit wie viel Rente Sie einmal rechnen können? Momentan liegt das Rentenniveau bei 48 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens. Das bedeutet, dass Ihre gesetzliche Rente voraussichtlich nicht einmal halb so hoch sein wird wie Ihr letztes Gehalt. Die 48 Prozent erreichen Sie zudem nur dann, wenn Sie mindestens 45 Jahre lang ein fixes Durchschnittsgehalt – derzeit liegt das bei 3.780 Euro brutto pro Monat – erzielt haben. Haben Sie weniger gearbeitet oder im Schnitt weniger verdient, sinken Ihre Rentenansprüche weiter.
Für die meisten Menschen in Deutschland ist die gesetzliche Rente die Basis ihrer Altersvorsorge. Sie zahlen monatlich einen Teil ihres Gehalts in die Rentenversicherung ein, um dann ab Renteneintritt ebenfalls monatlich mit Geld versorgt zu werden.
Für jedes Jahr, das Sie berufstätig sind, bekommen Sie von der Deutschen Rentenversicherung sogenannte Entgeltpunkte. Je mehr Sie davon bis zur Rente sammeln, desto höher fallen Ihre Zahlungen aus. Derzeit erhalten Sie einen Rentenpunkt, wenn Sie monatlich 3.780 Euro brutto (Durchschnittsgehalt) verdienen. Ein Punkt ist 39,32 Euro wert. (Quelle: Deutsche Rentenversicherung)
Zwei Beispiele:
1. Sie arbeiten in Ostdeutschland und verdienen über 45 Jahre hinweg durchschnittlich 3.780 Euro im Monat. Damit sammeln Sie 45 Rentenpunkte und erhalten schließlich eine monatliche Bruttorente von 1.769,40 Euro (45 x 39,32 Euro).
Viele schieben das Thema Altersvorsorge auf die lange Bank. Klug ist das jedoch nicht. Denn: Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Sind Sie angestellt oder selbstständig? Welche finanziellen Mittel haben Sie für Ihre private Vorsorge? Welcher Risikotyp sind Sie und wie langfristig können Sie sich auf ein bestimmtes Vorsorgemodell festlegen? Mit unserem Ratgeber finden Sie die Altersvorsorge, die zu Ihnen passt.
Die Deutsche Rentenversicherung informiert jährlich über die prognostizierte Rente. Wer die Daten genau kennt, kann auch die richtigen finanziellen Entscheidungen treffen.
Eine eigene Immobilie, um darin alt zu werden? Viele Menschen arbeiten an diesem Traum. Wir sagen Ihnen, was Sie beachten sollten.
2. Sie verdienen über den gleichen Zeitraum lediglich 2.100 Euro brutto pro Monat. Damit erreichen Sie nur rund 55 Prozent des Durchschnittsgehalts und sammeln pro Jahr lediglich 0,56 Entgeltpunkte. Ihre Rente liegt in diesem Fall bei 993 Euro brutto monatlich.
Viel Geld zum Leben versprechen diese beispielhaften Rentenzahlungen nicht. Schließlich haben Rentner oder Rentnerin weiterhin ähnlich hohe Kosten wie zuvor. Miete, Verpflegung, Versicherungen und eventuell die Raten für das eigene Haus. All das muss auch weiterhin gezahlt werden.
Experten gehen davon aus, dass Sie rund 80 Prozent des letzten Gehalts auch weiterhin brauchen werden, um gut über die Runden zu kommen. Um die Lücke – die sogenannte Rentenlücke – zwischen letztem Gehalt und der Rente zu verkleinern oder sogar zu schließen, ist es deshalb ratsam, frühzeitig mit zusätzlicher Altersvorsorge zu beginnen. Dafür stehen Ihnen die staatlich geförderte Zusatzvorsorge und die private Altersvorsorge zur Verfügung.
Wenn Sie sowohl die gesetzliche als auch die staatlich geförderte Altersvorsorge für sich nutzen, fehlt Ihnen noch ein Baustein, um Ihre finanzielle Zukunft auf sichere Beine zu stellen: die private Altersvorsorge. Hier gibt es verschiedene Produkte, mit denen Sie sich ein finanzielles Polster aufbauen können.
Neben der gesetzlichen Rentenversicherung (Säule 1) gibt es auch die private oder die fondsbasierte Rentenversicherung – ein Vorsorgeprodukt, das Sie eigenständig abschließen. Dabei zahlen Sie monatlich einen festen Betrag an Ihre Versicherung. Diese legt das Geld für Sie an und sie können bei Renteneintritt entscheiden, ob Sie eine einzige Kapitalausschüttung oder eine lebenslange monatliche Rente bevorzugen.
Ob selbst genutzt oder als Objekt, das Sie vermieten: Auch eine Immobilie kann eine Art der privaten Altersvorsorge sein. Wichtig: Bis zum Renteneintritt sollten 90 Prozent der Kreditschulden beglichen sein. Erfahren Sie mehr zu „Altersvorsorge mit Immobilien" in unserem Ratgeber.
Da die meisten Sparformen aufgrund der Niedrigzinsphase derzeit nicht viele Zinsen abwerfen, sollten Sparer auch Fonds und Aktien in Betracht ziehen. Langfristig sind sie der renditenstärkste Weg.
Lesen Sie mehr zu den Möglichkeiten privater Altersvorsorge in unserem Ratgeber „Welche Vorsorge-Optionen haben Sie?"
Auch dem Staat ist bewusst, dass die gesetzliche Rente für die meisten Menschen hierzulande nicht ausreicht. Aus diesem Grund beteiligt er sich über Steuervorteile und Zulagen an einigen Formen der Altersvorsorge. Diese vier geförderten Arten der Zusatzvorsorge stehen Ihnen zur Verfügung:
Als Arbeitnehmer haben Sie ein Recht auf betriebliche Altersvorsorge (bAV). Diese können Sie über Ihren Arbeitgeber aufbauen, indem Sie einen Teil Ihres Bruttolohns direkt in die Betriebsrente einzahlen. Vorteil dieser Vorsorgeform: Sie sparen monatlich Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Über die Höhe des Betrags, den Sie sparen, bestimmen Sie selbst. Sollten Sie bisher keine bAV nutzen, sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber. Das seit 2018 geltende „Betriebsrentenstärkungsgesetz“ verbessert die Rahmenbedingungen für die betriebliche Altersversorgung und bietet viele Vorteile.
Eine zweite Möglichkeit, sich über den Arbeitgeber ein Kapitalpolster aufzubauen, sind die sogenannten vermögenswirksamen Leistungen (VL oder VwL). Bietet Ihr Arbeitgeber diese an, zahlt er monatlich bis zu 40 Euro in einen Sparvertrag für Sie ein. Diesen – etwa einen Aktienfondsspar-, Bauspar-, Banksparplan oder als betriebliche Altersversorgung (bAV) – müssen Sie zuvor selber abschließen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber, ob es diese Möglichkeit gibt. Er ist nicht verpflichtet, diese Sparform anzubieten.
Auch wenn die Riester-Rente immer wieder in der Kritik steht: Gerade für Familien bietet diese Form der Altersvorsorge einen hohen Mehrwert. Denn: Der Staat unterstützt sie mit Steuervorteilen und Zulagen – auch bei der Finanzierung Ihres Eigenheimes.
Die Rürup-Rente (Basisrente) wurde 2005 für Selbstständige, Freiberufler und gutverdienende Arbeitnehmer geschaffen und bietet hohe Steuervorteile. Die eingezahlten Beiträge dürfen vollständig als
Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden.
So funktioniert es: Sie wählen ein Rürup-Produkt in Form einer Rentenversicherung aus, legen Ihren Beitrag fest und leisten jedes Jahr individuelle Zuzahlungen in den Vertrag.
Lesen Sie mehr zu den Möglichkeiten geförderter Altersvorsorge in unserem Ratgeber „Welche Vorsorge-Optionen haben Sie?"
Jeder wünscht sich ein sorgenfreies Leben – besonders im Alter. Richtig vorgesorgt können Sie einen Ruhestand genießen, der keine Wünsche offen lässt. Mit der passenden Strategie lässt sich dafür selbst im Zinstief vorsorgen.
Wie viel private Vorsorge ist nötig? Muss ich meine Rente versteuern? Lohnt sich eine Immobilie als Altersvorsorge? Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zur Altersvorsorge.
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