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Kinder, Eltern und Großeltern wohnen gemeinsam im Mehrgenerationenhaus

Gemeinsam wohnen: Das Mehrgenerationenhaus

Das Mehrgenerationenhaus ist eine zukunftsweisende Wohnform in unserer älter werdenden Gesellschaft. Beim Mehrgenerationenwohnen leben mehrere Generationen gemeinsam unter einem Dach: Sie helfen und unterstützen sich im Alltag – im Haushalt, bei der Kinderbetreuung oder in der Pflege. Von dieser besonderen Form des gelebten Generationenvertrags, so die Idee, profitieren Kinder, Berufstätige und Senioren gleichermaßen. Unser Ratgeber stellt Ihnen das Konzept vor und informiert Sie über Planung, Finanzierung und Förderung eines eigenen Mehrgenerationenhauses.

Für wen ist ein Mehrgenerationenhaus geeignet?

Grundsätzlich ist der Begriff Mehrgenerationenhaus mehrdeutig. Einerseits ist damit eine von der Bundesregierung geförderte Begegnungsstätte gemeint, die in der Regel von Ehrenamtlichen geführt wird. Andererseits bezeichnet der Begriff eine Form des Wohnens, in der Mitglieder einer Familie oder aber nicht verwandte Personen zusammenleben, die sich gemeinsam etwas aufbauen wollen: Kinder, Eltern, Großeltern sowie mitunter Freunde und Bekannte sind unter einem Dach versammelt. Unser Ratgeber konzentriert sich auf diese Variante des Mehrgenerationenhauses. Sie lebt von der aktiven Partizipation aller Hausbewohner: Ältere Bewohner haben Umgang mit jüngeren Menschen und bleiben so geistig und körperlich fit. Arbeitstätige Eltern werden durch die Kinderbetreuung entlastet. Kinder haben Kontakt zu ihren Großeltern, Jugendliche können die Senioren im Alltag unterstützen.

Eine grundlegende Voraussetzung für ein gelingendes Wohnen im Mehrgenerationenhaus ist die Bereitschaft aller, einander zu helfen und füreinander da zu sein. Die schwerwiegendste Frage ist die nach der potenziellen Pflege der Großeltern: Kann und will die Elterngeneration für die eigenen Eltern da sein, falls diese in Zukunft pflegebedürftig werden?

Welche Gründe sprechen für ein Mehrgenerationenhaus?

Generationsübergreifendes Wohnen bietet allen Beteiligten viele Vorteile. Die wichtigsten Argumente für ein Mehrgenerationenhaus sind:

  • Günstigeres Bauen bzw. Kaufen: Unabhängig davon, ob Sie ein Mehrgenerationenhaus planen oder kaufen wollen, ist das Vorhaben in der Regel einfacher zu finanzieren als ein Immobilienprojekt mit weniger Beteiligten. Da sich mehrere Parteien an der Finanzierung beteiligen, kann meist ein höheres Eigenkapital eingebracht werden. Dadurch ist in der Regel ein günstigerer Zinssatz möglich. Wird Ihnen zudem das Recht eingeräumt, Sondertilgungen zu tätigen, können Sie den Kredit als Familie schneller abbezahlen.
  • Die Immobilie als Geldanlage: Immobilien sind wertbeständig. Mit einem Mehrgenerationenhaus investieren Sie Ihr Erspartes nicht nur sinnvoll, sondern schaffen gemeinsam mit der Familie einen bleibenden Wert.
  • Kostenersparnis durch gemeinsames Wohnen: Zieht eine Familie zusammen, so lassen sich in der Regel die Mietkosten bzw. das Wohngeld für eine weitere Immobilie einsparen. Auch bei Nebenkosten, Telefon, Internet und Fernsehen besteht Sparpotenzial.
  • Gemeinsamer Haushalt: Die Großeltern sind inmitten des Familientrubels nie einsam, Besorgungen werden gemeinsam geplant und erledigt, Haushaltsaufgaben untereinander aufgeteilt.

Allerdings sollte man sich auch der Herausforderungen bewusst sein, die sich beim Wohnen im Mehrgenerationenhaus stellen: Da hier Menschen verschiedener Altersstufen sowie mitunter ganz unterschiedliche Anschauungen zusammentreffen, kann es zu Unstimmigkeiten im Hinblick auf Haushaltspflichten, Kindererziehung sowie die Finanzierung von Anschaffungen kommen. Über diese und weitere Eckpunkte sollten sich alle Beteiligten vorab gründlich austauschen und herausfinden, ob ihre Vorstellungen kompatibel sind.

Planung: Das ist bei einem Mehrgenerationenhaus zu berücksichtigen

Wenn Sie planen, ein Mehrgenerationenhaus zu kaufen bzw. zu bauen, so sind im Vorfeld viele Fragen zu klären. Diese betreffen einerseits die Suche nach dem geeigneten Grundstück bzw. der Immobilie und des Hausbaupartners bei Neubauvorhaben. Des Weiteren sollten sowohl die Gestaltung und Finanzierung der Immobilie als auch die konkreten Regeln des Zusammenlebens genau besprochen werden. Es ist empfehlenswert, darüber bereits vor dem Bau bzw. Kauf mit allen beteiligten Familienmitgliedern zu diskutieren. Folgende Fragen sollten angesprochen werden:

  • Wann soll der Zusammenzug ins Mehrgenerationenhaus erfolgen?
  • Was für eine Immobilie wollen wir, für welche Kosten können wir aufkommen?
  • Wer trägt welche einmaligen und laufenden Kosten?
  • Wer steht als Eigentümer im Grundbuch, welche Wohnrechte werden vereinbart?

Insbesondere die Frage nach der Ausgestaltung der Immobilie hängt nicht nur vom Geld ab, sondern auch von der gewünschten Form des Zusammenlebens: Wie viel Nähe brauchen und wollen wir? Ein Mehrgenerationenhaus kann über mehrere getrennte oder eine einzige Wohneinheit verfügen. Ersteres wäre etwa beim Bau oder Erwerb von zwei getrennt zugänglichen Doppelhaushälften realisiert. Letzteres können Sie als gemeinsames Einfamilienhaus umsetzen, in dem bestimmte Räume (Wohnzimmer, Küche, Bad) von allen genutzt werden. Beide Wohnformen haben ihre Vor- und Nachteile. Neben der Planung des Bauvorhabens sollten Sie sich mit Ihrer Familie auch über die Regeln des gemeinsamen Wohnens unterhalten:

  • Wie wollen Sie Alltagsaufgaben fair und angemessen verteilen?
  • Was passiert in Notsituationen wie einer unerwarteten Pflegebedürftigkeit?
  • Gibt es Wünsche oder Abneigungen hinsichtlich Ausstattung, Einrichtung und Co.?
     

Barrierefreies Wohnen im Mehrgenerationenhaus

Unabhängig davon, ob Sie eine Immobilie kaufen oder bauen, sollte auf Barrierefreiheit geachtet werden. Barrierefreies Wohnen erhöht den Wohnkomfort nicht nur für ältere Bewohner – auch kleinere Kinder können von bodentiefen Duschen oder niedrig angebrachten Waschbecken profitieren. Vor allem aber erlaubt Barrierefreiheit älteren Familienmitgliedern, sich weiter selbstständig in der Wohnung zu bewegen. Barrierefreies Wohnen versammelt eine Vielzahl von Bau- und Einrichtungsmaßnahmen, darunter:

  • Barrierefreier Eingang zum Haus (Verzicht auf Treppenstufen oder Schwellen)
  • Breitere Türen, sodass diese auch mit Rollstühlen passierbar sind
  • Bodentiefe Duschen
  • Treppenlifte oder Fahrstühle, um höhere Stockwerke zugänglich zu machen
     

Was kostet ein Mehrgenerationenhaus?

Die Kosten eines Mehrgenerationenhauses hängen stark von der gewünschten Immobilie, ihrer Lage, Größe und Ausstattung ab. Grundsätzlich gelten die gleichen Preisregeln wie bei anderen Immobilien: So ist etwa ein Mehrgenerationenhaus in der Stadt in der Regel teurer als ein Mehrgenerationenhaus auf dem Land. Spezielle Ausstattungswünsche wie Balkons, Dachterrassen oder Fußbodenheizungen haben ihren Preis. Zudem sind die Kosten für ein Mehrgenerationenhaus mit getrennten Wohneinheiten in der Regel höher. Hinsichtlich der Lage und der Ausstattung kann das Mehrgenerationenhaus allerdings mit einigen Besonderheiten punkten. Der gemeinsame Haushalt erlaubt arbeitstätigen Eltern beispielsweise längere Anfahrtstrecken zum Arbeitsplatz, da die Großeltern die Kinder von der Schule abholen und am Nachmittag beaufsichtigen können. Soll die Wohnung barrierefrei umgebaut werden, so erhöht dies einerseits die Kosten – andererseits aber bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Förderprogramme für den altersgerechten Umbau.

Mehrgenerationenhaus: Förderung und Finanzierung

Die Finanzierung eines Mehrgenerationenhauses funktioniert wie die Immobilienfinanzierung einer normalen Immobilie. Ein Unterschied besteht, sofern der Finanzdienstleister die ältere Generation als Kreditnehmer mitberücksichtigt. Da das Nettohaushaltseinkommen dadurch höher ist, sind höhere Kreditbeträge oder höhere Tilgungsraten möglich. Aber auch wenn die Bank die Großeltern nicht als Kreditnehmer akzeptiert, können Sie als Familie zum Beispiel durch jährliche Sondertilgungen den Kredit schneller zurückzahlen. Falls Sie eine bestehende Immobilie erwerben und zum Mehrgenerationenhaus umgestalten wollen, sollten Sie sich zudem über die KfW-Förderung für barrierefreies Wohnen informieren: Die KfW bietet mit dem Programm „Altersgerecht Umbauen“ die Möglichkeit, ein zinsgünstiges Darlehen zu erhalten oder einen Investitionskostenzuschuss zu beantragen für Maßnahmen zur Barriere-Reduzierung sowie zum Einbruchschutz. Wer sich ein Haus bauen oder eine Wohnung kaufen will, kann zudem vom KfW-Wohneigentumsprogramm profitieren: Für selbstgenutzten Wohnraum werden zinsgünstige Darlehen von bis 100.000 Euro gewährt.

Fazit

Mit dem Mehrgenerationenhaus wird das traditionelle Ideal generationenübergreifenden Wohnens zur Wohnform der Zukunft: Kinder, Eltern und Großeltern wohnen und leben zusammen. Das hat viele Vorteile für alle Wohnparteien und kann helfen, die Immobilienkosten zu reduzieren. Voraussetzung ist die durchdachte Planung des Mehrgenerationenhauses, gemeinsam mit der ganzen Familie.

Ihr nächster Schritt:

Sie erreichen die Experten der LBS Nord unter 030/526 885 4798 oder nutzen Sie unsere Online-Terminanfrage.

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