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Damit Crowdfunding für Start-ups funktioniert, braucht es vor allem eins: eine ausreichende Zahl an Investoren.

Mit Crowdfunding Start-ups finanzieren

Wer ein Start-up erfolgreich gründen möchte, braucht nicht nur eine zündende Geschäftsidee, sondern auch das nötige Startkapital. Um dieses aufzubauen, bietet Crowdfunding eine alternative Methode zu klassischen Formen der Unternehmensfinanzierung – etwa per Bankkredit. Das Prinzip dahinter ist simpel: Ein Projekt wird nicht durch einen alleinigen Geldgeber finanziert, sondern durch eine Gruppe von meist privaten Investoren – die „Crowd“, im Deutschen am häufigsten mit „Schwarm“ übersetzt. Doch an welche Konditionen ist Crowdfunding gebunden und welche Detailfragen haben Start-ups beim Crowdfunding zu bedenken? Das und mehr erfahren Sie in diesem Beitrag.

Crowd-Finanzierung: Diese Modelle gibt es

Die Finanzierung durch private Investoren im Rahmen eines Crowdfundings bietet Start-up-Gründern eine zusätzliche Chance, Liquidität aufzubauen und das Wachstum voranzutreiben. Die Koordination der Investoren funktioniert dabei ausschließlich digital über spezielle Crowdfunding-Plattformen. Dadurch bietet das Crowdfunding Start-ups einen äußerst schnellen und unkomplizierten Weg zur Unternehmensfinanzierung.

Je nachdem, was die Crowd für Ihre Beteiligung am Projekt als Gegenleistung erhält, differenziert sich das Crowdfunding in verschiedene Modelle. Grundsätzlich unterscheiden sich diese darin, ob eine Business-Idee

  • unterstützenswert,
  • lohnenswert oder
  • habenswert ist.

Unternehmensgründung mit Spendengeldern

Sie können ein Start-up oder ein Projekt über Spendengelder finanzieren. Dabei sind großzügige Investoren das A und O. Um Menschen zu finden, die Ihr Start-up oder Projekt nicht nur als unterstützenswert erachten, sondern auch gerne in Ihr Business investieren, sind vier Aspekte wichtig:

  1. Um Unterstützer für Ihr Business gewinnen, ist eine Crowdfunding-Kampagne, die begeistert, entscheidend. Schließlich erreichen Sie die Öffentlichkeit am besten dann, wenn Sie gezielt auf sich und Ihre Idee aufmerksam machen. Beim spendenbasierten Crowdfunding ist die Gegenleistung ideeller Natur. Investoren geht es nicht um finanzielle Anreize, sondern darum eine gute Sache zu unterstützen – aus diesem Grund eignen sich besonders soziale oder gemeinnützige Projekte. Haben Sie vor, Ihr nächstes Start-up-Projekt auf diesem Weg zu finanzieren, ist eine Kampagne wichtig, die potenzielle Spender emotiv aktiviert.
  2. Eine Finanzierung über Spendengelder funktioniert besonders gut bei konkreten Projekten – zum Beispiel die Entwicklung einer App. Für ganze Geschäftsmodelle hingegen eignet es sich dagegen weniger.
  3. Ist das Funding-Ziel erreicht, wird der Projektleitung die gesammelte Spendensumme ausgezahlt. Wird das Ziel jedoch nicht erreicht, gehen die Beträge an die Investoren zurück. Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie darauf achten, eine realistische Spendensumme festzulegen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erreichen ist.
  4. Ein in Aussicht gestelltes „Dankeschön“ für jede Spende erhöht Ihre Chancen bei der Investorensuche. Bewährt sind zum Beispiel Gutscheine, die Zusendung limitierter Produkte oder auch eine Involvierung der Spender in das entsprechende Projekt.

Hinweis: Crowdfunding gibt Ihnen nicht nur Möglichkeiten zur Unternehmensfinanzierung, sondern zugleich eine wertvolle Chance, die Resonanz des Marktes auf Ihr Business-Konzept zu testen. So erhalten Sie direktes Feedback und einen Indikator dafür, ob Sie Ihre Idee noch einmal anpassen sollten.

Crowdinvesting – Kapital gegen Renditen

Verspricht Ihre Business-Idee besonders lohnenswert zu sein, empfiehlt sich Crowdinvesting als Crowdfunding-Modell. Dabei investiert die Crowd über eine eigenkapitalähnliche Beteiligung in Ihr Projekt. Als Gegenleistung erhält sie feste oder erfolgsabhängige Renditen – etwa in Form einer jährlichen Gewinnausschüttung oder einer Dividende. Je mehr der Unternehmenswert über die Jahre steigt, desto mehr profitiert die Crowd. Doch auch für das entsprechende Start-up gibt es Vorteile: Gerade junge Unternehmen brauchen Zeit, um sich zu entwickeln und tun sich in der Anfangsphase bei der Kapitalbeschaffung schwer. Crowdinvesting gibt eine erste Anschubfinanzierung und bietet die Möglichkeit, die Eigenkapitalquote zu stärken.

Tipps fürs Crowdinvesting:

  1. Wie auch beim Spenden-Modell ist es ratsam ein konkretes Projekt zu benennen, das Investoren eine gute Rentabilität verspricht. Beim Crowdinvesting steht Wachstum klar im Vordergrund. Für Investoren ist es wichtig zu wissen, welche Gewinne Ihr Projekt gegebenenfalls schon abwirft und welche Entwicklung zu erwarten ist.
  2. Crowdinvesting birgt Risiken: Sie gewähren Ihren Investoren mitunter tiefe Einblicke in die Business-Strategie Ihres Start-ups – und das öffentlich im Netz. Bevor Sie Informationen freigeben, sollte Sie dies bedenken.
  3. Eine größere Zahl an Geldgebern bedeutet für Sie auch einen hohen administrativen Aufwand. Um diesen möglichst souverän, exakt und sicher zu bewältigen, ist es wichtig, dass Sie bei Ihrer Planung Zeit oder Personal dafür einkalkulieren.  

Crowdlending – zum Start-up mit Fremdkapital

Ein zweites Modell, das in den Bereich „lohnenswert“ fällt, ist das Crowdlending. Hierbei vergibt die Crowd einen Kredit an Sie – zu einem zuvor festgelegten Zinssatz. Das Investment ist damit eine Art Darlehen, das nach und nach abzubezahlen ist. Wie auch beim Crowdinvesting sind beim Crowdlending detaillierte Angaben zu Ihrem Unternehmen eine notwendige Voraussetzung. Denn ähnlich wie bei einem Bankkredit ist auch hier Ihre Bonität ein entscheidendes Kriterium. Die Prüfung und Klassifizierung Ihrer Kreditwürdigkeit wird in der Regel durch die Kreditplattform vorgenommen. Auf Basis Ihrer Risikoklasse errechnet diese anschließend den entsprechenden Zinssatz. Grundsätzlich gilt hier: Je höher das Ausfallrisiko für die Crowd, desto höher fallen die Zinsen für Sie aus.

Tipps fürs Crowdlending:

  1. Wird Ihr Antrag von der Plattform zugelassen, ist die Kreditofferte für potentielle Investoren öffentlich einsehbar. Dessen sollten Sie sich – wie auch im Fall des Crowdinvestings – bewusst sein.
  2. Crowdlending ist unbürokratisch und schnell. Darüber hinaus bietet es die Chance auf Kredite, die eine Bank mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gewähren würde. Für Kreditnehmer ist Crowdlending allerdings oft teurer als ein Bankkredit. Nicht nur ist der Zinssatz zu bedenken, in der Regel verlangen die entsprechenden Plattformen Gebühren.
  3. Verfügt Ihr Start-up über eine geringe Bonität, besteht das Risiko, dass Sie nicht genügend Kreditgeber für Ihr Projekt finden. In diesem Fall kann Ihnen eine größtmögliche Transparenz helfen, Investoren dennoch zu überzeugen und diese Form des Crowdfundings für Ihr Start-up zu nutzen. Können diese nämlich den Fortschritt und die Finanzierung Ihres Start-ups nachvollziehen und erhalten auf Rückfragen klare Antworten, vermittelt das Vertrauen.

Klassisches Crowdfunding

Neben den genannten Modellen gibt es außerdem die Option des Vorverkaufs. Wie auch beim spendenbasierten Crowdfunding erhalten Investoren für Ihre Beteiligung eine nicht-finanzielle Gegenleistung. Die Motivation ist in diesem Fall allerdings der persönliche Nutzen. Denn in der Regel erhält die Crowd das fertige Produkt, zum Beispiel Alben bekannter Musiker, kostenlos und vorab. Geldgeber unterstützen Projekte somit nicht aus einem gemeinnützigen Engagement heraus, sondern weil mit dem Projekt Produkte realisiert werden, die für sie habenswert sind. Damit eignet sich Modell Vorverkauf besonders für Start-ups, die etwa eine neue App, Software oder Videospiele bzw. innovative Trendprodukte wie faltbare Dachboxen für PKWs oder schweiß- und wasserfeste Kosmetiksets auf den Markt bringen wollen.

Hinweis: Im Rahmen der Start-up-Finanzierung ist Crowdfunding nur eine unter vielen verschiedenen Methoden. Weitere Finanzierungsformen stellen wir in unserem Beitrag zur Start-up-Finanzierung vor.

Fazit

Ein Unternehmen zu gründen ist stets mit Kosten und Risiken verbunden, ob für Sie selbst oder für Ihre Investoren. Inwieweit Crowdfunding für Start-ups eine sinnvolle Option ist, Startkapital aufzubauen und diese Kosten zu decken, hängt vom Einzelfall ab. Um ausreichend Geldgeber für Ihr Projekt zu begeistern, benötigen Sie nicht nur eine innovative und vielversprechende Idee, Sie müssen außerdem bereit sein, Zeit und Nerven zu investieren, um die verschiedenen Geldgeber zu koordinieren.

Wenn Sie eine Gründungsfinanzierung anstreben, ist es daher sinnvoll, den Kosten- und Zeitaufwand der Crowd-Finanzierung mit dem eines Gründungsdarlehens abzugleichen. Zu den Möglichkeiten eines solchen Darlehens für den Auf- und Ausbau Ihres Geschäfts beraten Sie unsere Finanzexperten der Berliner Sparkasse gerne und erstellen gemeinsam mit Ihnen das für Sie passende Finanzierungskonzept.

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