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Ein Koch steht in seinem leeren Restaurant und schaut traurig in die Leere

Unternehmen in Schwierigkeiten? Sind Kredite und Fördermittel möglich? 

Schlechte Marktlage, strategische Fehlentscheidungen oder eine weltweite Pandemie: Gerät ein Unternehmen in Schwierigkeiten, kann dies verschiedene Gründe haben. Damit sich finanzielle Engpässe nicht zu einer handfesten Krise oder gar einer Insolvenz auswachsen, gilt es, frühzeitig gegenzusteuern. Gut zu wissen: Es gibt viele Wege und Möglichkeiten, Schwierigkeiten zu erkennen und abzuwenden, bevor sie akut werden.  

Woran erkenne ich frühzeitig, ob mein Unternehmen in Schwierigkeiten ist?

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Unternehmen angesichts einer dynamischen und globalisierten Wirtschaft auch mit komplexen, schwierigen oder gar existenzbedrohenden Umständen konfrontiert werden. Ob Umsatz und Gewinn zurückgehen, das Equipment veraltet ist oder der Markt sich durch veränderte Kundenbedürfnisse und neue Wettbewerber gewandelt hat: Entscheidend ist, das eigene Unternehmen kontinuierlich und gründlich unter die Lupe zu nehmen, um potenzielle Schwierigkeiten frühzeitig erkennen und analysieren zu können. Nur so lässt sich rechtzeitig und nachhaltig gegensteuern, zum Beispiel durch:

Marktlage und Angebot

Wichtige Indikatoren für ein gesundes Unternehmen sind eine stabile Nachfrage, bei kostendeckenden Preisen sowie ein Gewinn, der das Unternehmen in die Lage versetzt, seine Verbindlichkeiten vollumfänglich bedienen zu können. So sollten Sie sich regelmäßig fragen, ob Sie an dieser Stelle in einer vorteilhaften Situation sind, oder ob zum Beispiel neue Konkurrenten hinzugekommen sind. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder die Unternehmensstrategie vor dem Hintergrund der für Sie relevanten Marktlage. Stimmt die strategische Ausrichtung noch? Wie stabil sind die Absatzmärkte? Welche Trends zeichnen sich ab?

Personal und Mitarbeiter

Mitarbeiter sind einer der höchsten Kostenfaktoren in Unternehmen. Deswegen sollten Sie Ihre Personalstruktur – wenn es auch schwerfällt – regelmäßig kritisch auf den Prüfstand stellen. Sind Ihre Mitarbeiter noch ausgelastet? Funktionieren die Arbeitsabläufe reibungslos und sind alle gut eingebunden? Wie sieht es mit der Motivation aus? Oder mangelt es Ihnen an der richtigen Belegschaft mit guten Qualifikationen? 

Weitere Artikel zu Fachkräftemangel und Mitarbeiterbindung finden Sie in unseren Branchenratgebern >>

Rechtzeitig einbinden: Unterstützung von außen 

Besonders wertvoll sind der neutrale Blick und die fundierte Expertise von außen – sie helfen, Lücken und blinde Flecken aufzuzeigen, Gewohntes zu hinterfragen und Prozesse zu optimieren. Steuerberatungen etwa unterstützen nicht nur bei der Steuer, sondern auch bei betriebswirtschaftlichen Fragen, bei der Optimierung von Lohnkosten, Liquidität und Zahlungszielen. Wirtschaftsprüfer helfen bei Bewertungen und Transaktionen, Unternehmensberatungen bei der Analyse und Problemlösung. Auch die Expertinnen und Experten des begleitenden Kreditinstituts können zielgerichtet unterstützen, insbesondere natürlich in Finanzierungsfragen, sofern sie rechtzeitig und transparent eingebunden werden.  

Tipp: Förderung von „Unternehmen in Schwierigkeiten“

Ein Unternehmen ist unter anderem in Schwierigkeiten, wenn es Verluste nicht ausgleichen kann, die kurz- oder mittelfristig das Aus bedeuten würden - insbesondere, wenn es seine Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen kann. Kleine und mittlere Unternehmen sowie Freie Berufe, auf die diese Voraussetzungen ganz oder teilweise zutreffen, können sich gezielt beraten lassen. Die Kosten der Unternehmensberatung im Rahmen der „Förderung unternehmerischen Know-hows“ können durch das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) teilweise gefördert werden.

Wenn der Geldfluss ins Stocken gerät: Liquidität als Dreh- und Angelpunkt 

Liquidität bezeichnet die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens oder einer Person, also die Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Ist keine ausreichende Liquidität vorhanden, kann ein Unternehmen seine Rechnungen nicht mehr, oder nur zu spät bezahlen. Es gerät dann oft in eine Abwärtsspirale, die sich nur schwer durchbrechen lässt: Offene Forderungen mehren sich, der Schuldenbetrag wächst stetig, hinzu kommen Zinsen und Säumnisgelder. 

Liquiditätsplanung: Engpässe rechtzeitig erkennen

Liquiditätsengpässe lassen sich in vielen Fällen voraussehen. Zumindest dann, wenn die gründliche Betrachtung des Zahlungsverkehrs, also der Einnahmen und Ausgaben, die finanzielle Gesamtsituation transparenter macht. Eine gute Liquiditätsplanung umfasst alle ein- und ausgehenden Zahlungsströme innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Sie zeigt die wirtschaftlichen Stärken und Schwächen eines Unternehmens auf und kann frühzeitig Hinweise auf mögliche Engpässe geben. Wenn Unternehmen diese Signale erkennen und darauf rechtzeitig reagieren, kann die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig gesichert werden. Somit zählt die Liquiditätsplanung zu den Eckpfeilern eines soliden Finanzplans.  

Tipp: Liquidität im Griff – was Sie sofort tun können

Analysieren Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben: Läuft alles nach Plan? Gibt es womöglich strukturelle Probleme – liegen Ihre Einnahmen zum Beispiel dauerhaft unter Ihrer Planung oder Ihre Ausgaben darüber? Wichtig ist auch ein solides Management von Forderungen und Verbindlichkeiten: Läuft Ihr Forderungsmanagement einwandfrei oder müssen Sie häufig offenen Rechnungen hinterherlaufen? Haben Sie selbst die Möglichkeit, Zahlungen aufzuschieben oder Tilgungen auszusetzen? 

Sind Sie häufiger von Liquiditätsengpässen betroffen, könnte es sich auch um ein grundlegendes Problem bis hin zu einer Unternehmenskrise handeln. In diesem Fall sollten Sie sich fundiert beraten lassen.  Die Berliner Sparkasse hat Beraterinnen und Berater, die auf Krisensituationen spezialisiert sind. Sie helfen Ihnen, die Liquidität Ihres Unternehmens dauerhaft auf eine solide Basis zu stellen.

Eine Frau und ein Mann sitzen am Tisch, vor sich einen Stapel Rechnungen.

Anfang vom Ende – und manchmal zweite Chance: Die Insolvenz

Wenn ein Unternehmen nicht mehr in der Lage ist, Zahlungsverpflichtungen gegenüber seinen Gläubigern zu erfüllen, ist es insolvent. Für einen Kredit etwa ist es dann zu spät. Stattdessen muss das betroffene Unternehmen umgehend beim zuständigen Amtsgericht Insolvenz anmelden. Das deutsche Insolvenzrecht führt drei mögliche Gründe für eine Insolvenz auf: 

  1. Zahlungsunfähigkeit: Fällige Schulden können nicht beglichen werden.
  2. Drohende Zahlungsunfähigkeit: Schulden können zum Zeitpunkt der Fälligkeit voraussichtlich nicht beglichen werden.
  3. Überschuldung: Die Schulden des Unternehmens sind höher als sein Vermögen. 

Die gute Nachricht: Eine Insolvenz ist nicht zwangsläufig mit dem Ende des Unternehmens gleichzusetzen. So bietet die Insolvenz unter anderem die Möglichkeit, den Gläubigerdruck abzufedern und geordnet wieder die finanzielle Handlungsfähigkeit zurückzuerlangen. Auch das deutsche Insolvenzrecht zielt im Prinzip darauf ab, Unternehmen in Not - wann immer möglich - zu sanieren. 

  

Gezielt gegensteuern – zum Beispiel mit günstigen KfW-Krediten in der Corona-Krise

Die Corona-Krise hat zahlreiche Unternehmen und Selbstständige unverschuldet in finanzielle Schieflage gebracht und ihre Existenz gefährdet. In vielen Fällen ist hier Hilfe möglich, insbesondere dann, wenn das Unternehmen vor der Pandemie eine gesunde Ertrags- und Liquiditätssituation vorweisen konnte. Um Liquiditätsengpässen vorzubeugen und laufende Kosten zu decken, können betroffene Unternehmen einen Kredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Der KfW-Kredit kann für Kunden auch bei der Berliner Sparkasse beantragt werden. 

Unternehmen in Schwierigkeiten: Lassen Sie es nicht soweit kommen

Jeder Unternehmer trägt ein unternehmerisches Risiko. Neue Herausforderungen bedeuten auch neue Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten. Mit gezielten Investitionen können Unternehmen nicht nur Ihre Liquidität schonen, sondern auch innovative Ideen voranbringen und sich zukunftsfähig machen. Oftmals sind auch staatliche Förderungen möglich. Die Berliner Sparkasse berät ihre Kundinnen und Kunden umfassend zu Finanzierungsmöglichkeiten, bevor es zu spät ist >>

 

Fazit

Jeder Unternehmer und jede Unternehmerin sollte das eigene Tun jederzeit umfassend im Blick behalten. Das fängt bei einer detaillierten und realistischen Ertrags-, Liquiditäts- und Bilanzplanung an, geht aber noch viel weiter. Neben den finanziellen Kennzahlen sollten Sie zu jeder Zeit auch das Geschäftsmodell und die Marktlage (Konkurrenz und Bedürfnisse der Abnehmer) im Blick behalten. Sonst könnten Sie plötzlich feststellen, dass Sie nicht mehr konkurrenzfähig sind, das falsche Produkt anbieten oder nicht mehr kostendeckend arbeiten.

Für Firmen gibt es fast immer Mittel und Möglichkeiten, schwierige Zeiten zu vermeiden, wenn Liquiditätsengpässe rechtzeitig erkannt werden und vorübergehend sind. Eine solide Liquiditätsplanung und maßgeschneiderte Unterstützung bei der Finanzierung können einen entscheidenden Unterschied machen. Stellen Sie dabei frühzeitig Transparenz mit Experten her, die Sie zu ihrem Geschäft und dem Finanziellen fundiert beraten können. Die Berliner Sparkasse verfügt über Spezialisten, die Firmenkunden auch in Krisensituationen branchenkompetent zu Fragen der Liquiditäts- und Finanzierungsplanung beraten.

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