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Betriebsübernahme – Checkliste für eine gute Übergabe 

Selber gründen oder eine Unternehmensnachfolge antreten? Wenn alles passt, kann eine Unternehmensübernahme eine gute Alternative für angehende Unternehmer sein – denn sie müssen nicht bei Null beginnen. Worauf sollten Sie achten, bevor Sie sich dafür entscheiden, ein etabliertes Unternehmen weiterzuführen? Unsere Checkliste für die Übernahme.  

Betriebsübernahme Tipp 1: Ich als Unternehmer

Eine Betriebsübernahme sollte nicht aus dem Bauch heraus geschehen. Vielmehr ist eine gute Planung wichtig für die Entscheidungsfindung. Diese beginnt bei Ihnen selbst: Können Sie sich mit dem angebotenen Betrieb und seinen Produkten identifizieren? Auch wenn die Führung eines Unternehmens harte Arbeit ist, sollte es Ihnen Spaß machen, sich jeden Tag für Ihre Firma einzusetzen. Ansonsten wird es sicher schwierig werden, ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Hilfreich ist es, wenn Sie sich als angehender neuer Chef oder neue Chefin bereits in der Branche auskennen und über Netzwerke verfügen. Sollte das nicht der Fall sein, ist es umso wichtiger, auf ein gutes Team zugreifen zu können, das Erfahrung, Know-how und Kontakte mitbringt. So können Sie gemeinsam Ihre unternehmerischen Ziele verwirklichen.

 

Betriebsübernahme Tipp 2: Das Team

Bevor Sie einen Betrieb übernehmen, sollten Sie sich die Mitarbeitersituation anschauen: Welche Qualifikation haben Ihre künftigen Beschäftigten? Je besser sie ausgebildet und eingearbeitet sind, umso schneller können Sie mit einem schlagkräftigen Team durchstarten. Auch ein Blick auf die Arbeitsverträge ist wichtig: Sind die Beschäftigungsverhältnisse befristet oder unbefristet? Bei einer Übernahme kann es schließlich vorkommen, dass Sie das Unternehmen umstrukturieren müssen und nicht alle Mitarbeitenden behalten können – oder auf jeden guten Kopf auch langfristig angewiesen sind. Darüber hinaus lohnt sich, das Betriebsklima unter die Lupe zu nehmen. Wie lange sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits im Unternehmen? Langjährige Arbeitsverhältnisse zeugen oft von einer hohen Loyalität zum Arbeitgeber. Ist das Durchschnittsalter der Belegschaft sehr hoch, kann es allerdings sein, dass sie zu schnell auf die Suche nach neuen Arbeitskräften gehen müssen, weil viele bald altersbedingt ausscheiden. Zudem sollten Sie versuchen herauszufinden, ob wichtige Fach- und Führungskräfte nach der Übernahme im Unternehmen bleiben wollen. 

 

Betriebsübernahme Tipp 3: Der Standort

Von der Lage eines Unternehmens kann der künftige Erfolg abhängen – und zwar auf mehreren Ebenen. Befindet sich die Firma in einer attraktiven Gegend, ist es leichter, Fachkräfte zu rekrutieren. Denn diese orientieren sich bei der Wahl ihres Arbeitgebers oft auch an solchen weichen Kriterien. Gibt es direkten Kundenkontakt, ist es wichtig, dass die Kunden ohne viel Aufwand zum Unternehmen gelangen. Gute Erreichbarkeit gilt nicht nur für den Einzelhandel. Auch für Lieferanten sollte der Betriebsstandort gut zugänglich sein. 

Falls Sie planen, die Firma umzubauen oder zu erweitern, sollten Sie prüfen, ob dies problemlos möglich ist: Gibt es zum Beispiel genügend Fläche für die Vergrößerung einer Halle? Bestehen gesetzliche Vorschriften, etwa zum Umwelt-oder Denkmalschutz, die einen Ausbau oder Umbau erschweren? Muss und kann die technische Ausstattung und der Zustand von Büro- und Produktionsräumen kurzfristig verbessert werden? Falls es sich um gemietete Betriebsräume handelt, ist es auch wichtig, die Höhe der Miete und die Dauer des Mietvertrages zu kennen. 

Betriebsübernahme Tipp 4: Image und Wert des Unternehmens

Glauben Sie nicht alles, was ein Inhaber Ihnen über sein Unternehmen erzählt. Um herauszufinden, welches Image der Betrieb wirklich bei Stammkunden oder Lieferanten hat, kann es helfen, sich diskret über den Ruf des Kaufobjekts zu informieren. Das kann zum Beispiel über das Internet oder über Dienstleister geschehen, die sich auf die Beratung bei einer Betriebsübergabe spezialisiert haben. Bei der Berliner Sparkasse berät und unterstützt ein spezielles Expertenteam in allen Fragen einer Betriebsübernahme. >>

Profis sollten Sie auch zu Rate ziehen, wenn es um die Bewertung der Firma geht (siehe nächster Punkt). Unternehmens- oder Finanzberater kennen sich bestens damit aus, welche wirtschaftlichen Faktoren entscheidend sind. Den Firmenwert benötigen Sie wahrscheinlich ohnehin für Gespräche mit Banken, wenn es um die Finanzierung Ihres Vorhabens geht. Auch eventuell bestehende Kredite und die Verbindlichkeiten des Unternehmens sollten Sie kennen.

 

Betriebsübernahme Tipp 5: Die Bilanz

Für zukünftige Unternehmer kommt es natürlich auch darauf an, ob sich der Kauf eines Betriebs wirtschaftlich rechnet. Daher ist ein Blick auf die Bilanz wichtig, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Ein Experte sollte sich mindestens die letzten drei Bilanzen und zeitnahe betriebswirtschaftliche Auswertungen ansehen, um die Umsatz- und Gewinnentwicklung für die kommenden drei bis fünf Jahre beurteilen zu können. Mithilfe einer angefertigten Kostenstruktur lassen sich hierzu valide Aussagen treffen. Die Steuererklärungen der vergangenen Jahre zeigen zudem, ob außerordentliche Aufwendungen oder Erträge den Gewinn beeinflusst haben. Auch ein Betriebsprüfungsbericht sollte vorliegen, und der Verkäufer sollte Ihnen einen Blick in die Bankkonten seines Betriebs gewähren. 

Betriebsübernahme Tipp 6: Die Wettbewerbssituation 

Für den zukünftigen Erfolg des Unternehmens ist es von Bedeutung, die Wettbewerbssituation zu analysieren. Wie steht das Unternehmen im Markt: als Marktführer oder eher auf den hinteren Rängen? Wie gut sind die Chancen, eine gute Position zu halten oder eine schlechte zu verbessern? Als künftiger Unternehmensinhaber oder -inhaberin sollten Sie die Stärken und Schwächen des Betriebs sowie die Konkurrenzsituation gut kennen. Auch ein Blick auf das Potenzial des Geschäftskonzepts und die Zukunft der Branche allgemein kann helfen, die Lage richtig einzuschätzen. Außerdem eine wichtige Frage: Ist das Unternehmen beim Thema Digitalisierung für die nächsten Jahre gut aufgestellt? 

Und wie sieht es beim Thema Nachhaltigkeit aus? Die Anzahl der Kunden und die Gewichtung des Umsatzes auf jeden von ihnen spielen ebenfalls eine Rolle bei der Entscheidung. Besteht eine zu große Abhängigkeit von einzelnen Kunden, kann es ein Problem werden, falls diese Kunden sich nach der Übergabe vom Unternehmen abwenden. Das ist vor allem dann ein Risiko, wenn enge Verbindungen zwischen den Kunden und dem bisherigen Inhaber bestanden. 

 

Betriebsübernahme Tipp 7: Der Kaufpreis 

Haben Sie gründlich abgewogen, ob sich die Übernahme eines Unternehmens lohnt, stellt sich noch die Frage, welchen Preis sie dafür zahlen sollen und wollen. Wie hoch ist Ihr Eigenanteil, und wie viel Geld müssen Sie sich von Banken leihen, um sich das Unternehmen leisten zu können? Da es sich in der Regel um hohe Werte handelt, ist es von Bedeutung, einen vernünftigen Kaufpreis zu kennen. Dieser summiert sich in der Regel aus den Verkaufswerten aller Vermögensgegenstände sowie aus dem Unternehmensimage und dem Wert des Kundenstammes. 

Entspricht dieser Kaufpreis Ihren Vorstellungen und Möglichkeiten? Oder können Sie noch mit dem Inhaber verhandeln? Die Übergabe eines Unternehmens sollte immer auf Augenhöhe erfolgen. Offenheit auf beiden Seiten ist eine gute Grundlage für ein erfolgreiches Geschäft. 

 

Checkliste hilft bei Unternehmensübernahme 

Um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben, sollten Sie sich bei der Entscheidung Zeit nehmen und sich nicht unter Druck setzen lassen. Gehen Sie noch einmal alle Entscheidungsfaktoren in Ruhe durch – am besten mit Fachleuten, die sich auskennen, etwa Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Gutachter oder Juristen. Hilfreich ist hierbei eine Firmenübernahme-Checkliste, auf der alle wichtigen Punkte vermerkt sind. Erst wenn Sie sich sicher sind, dass der Betrieb der richtige für sie ist, sollten Sie in einen Kauf einwilligen. Falls es zu viele Probleme und Unwägbarkeiten gibt, ist es sinnvoller, von einer Übernahme abzusehen und sich auf dem Markt nach Alternativen umzuschauen. 

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Betriebsübernahme: Checkliste zur Vorbereitung

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