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license.rocks GmbH: Software-Lizenzen einfacher handeln

Kaum zu glauben: Im digitalen Zeitalter müssen Kauf und Verkauf einer Software-Lizenz durch viel Papierkram dokumentiert werden. license.rocks GmbH, eine Berliner Handelsplattform, will das ändern.

Software-Lizenzen kann man zwar nicht anfassen, dennoch gehören sie zum handfesten Kapital fast jedes Unternehmens. license.rocks GmbH mit Sitz in Berlin-Mitte will es einfacher und sicherer machen, mit ihnen zu handeln. Alles fing 2016 an, als Daud Zulfacar und Frank Bartels über einem Feierabend-Bier  feststellten, dass die Verwaltung von Software-Lizenzen in ihrem Arbeitsalltag als IT-Berater bei großen Unternehmen ein ständiges Ärgernis war.  

Von wegen Digitalisierung: Verwaltung von Software-Lizenzen bislang viel Papierkram 

„Wir mussten ewig Ordner wälzen. Das kann heute, in Zeiten der Digitalisierung, eigentlich nicht wahr sein“, erzählt der 45-jährige Medienwissenschaftler Bartels. Er und Zulfacar waren sich sicher: Das könnte man besser machen. Mit diesem Selbstbewusstsein bewarben die beiden sich erfolgreich um das Berlin Startup Stipendium 2017, welches unter anderem die Berliner Sparkasse unterstützt.

 

Das Problem bisher: Der Nachweis von Nutzungsrechten für zum Beispiel eine Microsoft-Lizenz von Office ist aufwändig.

Eine Vielzahl von Dokumenten muss den Besitzer wechseln – und zwar in Papierform. „Der Verkäufer muss beispielsweise beim Weiterverkauf bestätigen, dass er selber die Programme deinstalliert hat. Hat ein Unternehmen etwa 5.000 Lizenzen einer Software gekauft, ist der aktuelle Stand, dass die Dokumentation des Kaufes und der Nutzungsbedingungen ganze Ordnerregale füllen kann“, sagt Bartels. Dieses Verfahren sei nun digital möglich.

  

Blockchain-Technologie macht Digitalisierung von Office-Lizenzen möglich 

Die Handelsplattform der license.rocks GmbH schafft die Voraussetzungen dafür. Bartels und sein Mitgründer Zulfacar haben die Vorarbeit geleistet und „die DIN-Spezifikation 4996“ für einen rechtskonformen Handel mit Software-Lizenzen erarbeitet. Das sei nun ein Standard, wie eine Software-Lizenz oder viele Tausend Lizenzen idealerweise übertragen werden können, erläutert Bartels. „Hier steht festgeschrieben: Welche Informationen müssen vorliegen, in welchen Schritten läuft der Prozess ab?“ Die von dem Gründerduo und den vier Mitarbeitern eingesetzte Blockchain-Technologie eignet sich außerdem perfekt dafür, Eigentumsrechte abzubilden, und verhindert eine Doppelnutzung.

Frank Bartels und Daud Zulfacar vom Team license.rocks

Die Kunden der Handelsplattform: Insolvenzverwalter und Manager 

Das Serviceangebot des Unternehmens richtet sich an Insolvenzverwalter und Manager, die für die Software in Unternehmen zuständig sind. Neben der Handelsplattform bieten Bartels und seine Kollegen ihren Klienten als Dienstleistung auch die Einschätzung des Wertes vorhandener Software-Lizenzen an. Vielfach gingen die erheblichen Werte, die Software-Lizenzen darstellen, zum Beispiel im Fall einer Unternehmenspleite einfach verloren, sagt Bartels. „Nur ein Beispiel: Eine Lizenz zur Nutzung von Oracle-Datenbanken kostet pro Stück mehrere Tausend Euro. Im Falle einer Insolvenz oder wenn ein Unternehmen mehr davon gekauft hat, als es benötigt, war damit bisher wenig anzufangen, da der Wiederverkauf schwierig war, auch wenn der Europäische Gerichtshof mit einem Urteil von 2012 den Handel von gebrauchter Software grundsätzlich bestätigt.“ 

Bei Insolvenzen zählt Software zu den „immateriellen Wirtschaftsgütern“. Bartels führt aus: „Hier wird bei der Bewertung der Konkursmasse oft der Wert „0“ eingetragen, weil vielfach niemand weiß, wieviel alte Software-Lizenzen wert sind.“ 

Insolvenzverwalter von Air Berlin war erster großer Kunde für das junge Unternehmen 

Das Geschäftsmodell der license.rocks GmbH funktioniert so, dass bei jeder Übertragung eines Nutzungsrechts eine prozentuale Nutzungsgebühr anfällt. Bartels und Zulfacar waren noch am Perfektionieren ihrer Plattform, als die Gründer quasi gleich in das tiefe Ende des Beckens geworfen wurden: Es traf sich, dass der erste Kunde des Unternehmens der Insolvenzverwalter der bankrottgegangenen Fluggesellschaft Air Berlin war. „Im Namen des Insolvenzverwalters haben wir die Microsoft-Lizenzen aus der Konkursmasse verkauft“, erzählt Bartels. Für diese Lizenzen konnte licence.rocks einen Verkaufspreis von 800.000 Euro realisieren.  

 

Berliner Sparkasse: Berater immer sichtbar als Ansprechpartner

 „Mit der Berliner Sparkasse sind wir sehr zufrieden.“, sagt Bartels. „Immer sichtbar“ seien die Berater der Berliner Sparkasse bei Veranstaltungen der Start-up-Szene. Folgenden Tipp hat er für Menschen, die selbst Gründer werden wollen: „Die tollste Idee ist nichts wert, wenn man sie nicht auf die Straße bringt. Daher ist es wichtig, die Lösung frühzeitig mit potenziellen Kunden zu diskutieren.“ Sich erstmal für Jahre wegzuschließen, um ein Produkt  zu entwickeln, und dann zu schauen, ob jemand es gebrauchen kann – das würde nicht funktionieren.  

„Ich glaube an hartnäckig erzwungenes Glück und Agilität, um auf unerwartete Situationen schnell zu reagieren“, betont Bartels. „Dass wir gleich mit Air Berlin mit der größten Insolvenz in Europa zu tun bekamen, war Glück. Aber nachdem  wir den Geistesblitz hatten – Gebrauchtsoftware und Insolvenzen, da muss sich doch was machen lassen – haben wir uns gleich an den Bundesverband der Insolvenzverwalter gewandt und auf die Suche nach Kunden gemacht.“ Vernetzung sei ein weiterer Erfolgsfaktor für Neugründungen. „Als Mitglieder im Blockchain Bundesverband und Mitinitiatoren von Berchain, dem Berliner Blockchain-Netzwerk, haben wir beste Verbindungen ins das Berliner "Blockchain-Ökosystem“, gibt Bartels zu bedenken. „So kennen wir die Experten, die für spezifische Projekte und Fragestellungen am besten qualifiziert sind.“  

 

Corona-Krise bremst Wachstum des Unternehmens aus 

Die Corona-Krise hat auch dieses aufstrebende Start-up getroffen. „Im März 2020 wollten wir eigentlich einige große Deals ankündigen. Diese sind nun teilweise geplatzt“, bedauert Bartels. „Das fühlt sich so an: Seit Beginn unserer  Mission steuern wir in vollem Tempo auf die Auffahrt der Autobahn zu, nun war sie in Sicht – und es stellt sich heraus: Sie ist gesperrt.“ Wahrscheinlich aber, auch wenn der Anlass nicht erfreulich sei, werde die license.rocks GmbH durch die Krise letztlich sogar mehr zu tun bekommen. In Insolvenz gehende Unternehmen werden wohl ihre Software-Lizenzen veräußern, Firmen in finanziellen Nöten sich an möglicherweise überzählig vorhandene Lizenzen als  Assets erinnern, um diese zu Geld zu machen. Das Team von license.rocks kann dabei helfen und geht im Juni mit dem Produkt offiziell auf den Markt.

Sie möchten das innovative Start-up license.rocks und seine Entwicklungen genauer kennenlernen? Hier geht’s zur Website: https://license.rocks/

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