Studium finanzieren: raus aus dem Elternhaus, rein in die Finanzplanung!

Aktualisiert 19.01.2026

Du hast endlich dein Abi in der Tasche und bist bereit für das nächste große Abenteuer: das Studium. Die Uni wartet, neue Freundschaften und Erfahrungen auch aber bevor du durchstartest, gibt es eine wichtige Frage zu klären: Wie finanziere ich mein Studium? Miete, Semesterbeitrag und Leben im Studium kosten viel. Aber keine Sorge, denn mit der richtigen Planung findest du den besten Weg, das alles zu stemmen. Hier zeigen wir dir, wie du deinen Studienfinanzierung sicher aufbaust.

Studium finanzieren: Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Optionen für deine Studienfinanzierung: Unterstützung der Eltern, BAföG, Stipendien, Nebenjobs, Studienkredite, duale Studiengänge und Bildungsfonds.
  • Wie viel du bekommst, ist abhängig: vom Einkommen, vom Engagement und von der Studienform. Die Kombination von Zuschüssen, Darlehen und eigenem Einkommen ist oft der Schlüssel.
  • Frühzeitig planen zahlt sich aus: Wer frühzeitig alle Optionen checkt, hat eine solide Finanzierungsstrategie.

Studium finanzieren: Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Optionen für deine Studienfinanzierung: Unterstützung der Eltern, BAföG, Stipendien, Nebenjobs, Studienkredite, duale Studiengänge und Bildungsfonds.
  • Wie viel du bekommst, ist abhängig: vom Einkommen, vom Engagement und von der Studienform. Die Kombination von Zuschüssen, Darlehen und eigenem Einkommen ist oft der Schlüssel.
  • Frühzeitig planen zahlt sich aus: Wer frühzeitig alle Optionen checkt, hat eine solide Finanzierungsstrategie.

Studium finanzieren: Wann müssen Eltern unterstützen?

In Deutschland sind Eltern gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Kinder bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss zu unterstützen. Dazu gehört auch die Studienfinanzierung.

Laut der 22. Sozialerhebung des Deutschen Studierendenwerks erhalten 83 Prozent der Studierenden eine finanzielle Unterstützung von ihren Eltern in Höhe von 418 Euro. Doch der Betrag variiert je nach finanzieller Situation der Eltern von ein paar hundert bis zu 990 Euro monatlich. Wie viel Unterstützung du bekommen kannst, hängt vom Einkommen deiner Eltern ab. Die Düsseldorfer Tabelle dient hier als Orientierung. 

Tipp: Du und deine Eltern haben verschiedene Ansätze, um deine Studienfinanzierung auf die Beine zu stellen? In einem solchen Fall kann ein Gespräch mit einer Sozial- oder Konfliktberatungsstelle dabei helfen, dass du mit deinen Eltern auf einen Nenner kommst. Durch die Beratung können oft individuelle Lösungen gefunden werden, die für alle passen.

Finanzierung deines Studiums durch den Staat: Wann bekomme ich BAföG?

Du fragst dich: Bekomme ich denn BAföG? BAföG richtet sich an Studierende, deren Eltern das Studium nicht vollständig finanzieren können.

Für viele Studierende ist es sinnvoll, BAföG zu beantragen. So kannst du dein Studium auch ohne elterliche Unterstützung zuverlässig finanzieren und dich voll auf dein Studium konzentrieren. Das sind die wichtigsten Infos rund um BAföG:

  • BAföG-Höhe: Ob und wie viel BAföG du erhältst, hängt vom Einkommen deiner Eltern ab. Für das Wintersemester 2025/2026 liegt der BAföG-Höchstsatz beispielsweise bei 992 Euro. 
  • Förderzeitraum: BAföG wird für die Regelstudienzeit plus ein Semester gezahlt. Wichtig ist daher, dass du dein Studium gut organisierst und deine Prüfungen planmäßig ablegst.
  • Leistungsüberprüfung: Nach dem vierten Semester wird in der Regel überprüft, ob du dein Studium zielstrebig vorantreibst.
  • Zuschuss und Darlehen: Die Förderung besteht zur Hälfte aus einem Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, und zur anderen Hälfte aus einem zinslosen Darlehen.
  • Rückzahlung: Fünf Jahre nach der Regelstudienzeit beginnt normalerweise die BAföG-Darlehensrückzahlung. Sie ist gedeckelt und kann in Raten oder als Einmalbetrag beglichen werden. Für eine vollständige Rückzahlung werden sogar Rabatte gewährt.

Wie funktioniert die Studienfinanzierung über ein Stipendium?

Ein Stipendium ist eine tolle Möglichkeit, dein Studium ohne Rückzahlung zu finanzieren und gleichzeitig deinen Lebenslauf aufzuwerten. Es belohnt dein Engagement und gute Leistungen.

In Deutschland gibt es über 1.750 Stiftungen, die Studierende fördern – der Weg dorthin erfordert jedoch etwas Vorbereitung. Besonders bei den 13 großen Begabtenförderwerken sind gute Noten und ehrenamtliches Engagement gefragt, ob politisch, konfessionell oder wirtschaftlich orientiert.

Kleinere Stiftungen bieten ebenfalls attraktive Möglichkeiten und legen meist besonderen Wert auf den persönlichen Hintergrund: Langjähriges Engagement im Sport oder in kulturellen Vereinen kann ein großes Plus sein. Wichtig ist, dass du dich frühzeitig über die oft langen Bewerbungsfristen informierst und genau prüfst, welche Stiftung am besten zu deinen Interessen und Werten passt. So erhöhst du deine Chancen auf die ideale Förderung.

Studium finanzieren mit Nebenjob: Wie viel Geld darf ich verdienen?

Wenn du während deines Studiums einem Nebenjob hast, solltest du nicht mehr als 603 Euro (Stand 01.01.2026) verdienen. Ansonsten musst du dich selbst versichern.

Reichen BAföG, Stipendium oder die Unterstützung deiner Eltern nicht aus, um dein Studium zu finanzieren? Damit bist du nicht allein – nur etwa vier Prozent der Studierenden schaffen es, ohne Nebenjob ihr Studium zu finanzieren. Die meisten Studierenden verdienen sich ihren Lebensunterhalt durch Nebenjobs – sei es als Minijobber, in einer Selbstständigkeit, auf Honorarbasis oder als studentische Hilfskraft.

Tipp: Du kannst auch während der Semesterferien arbeiten oder einen Job annehmen, bei dem du maximal 20 Stunden pro Woche arbeitest. Jobs, die nur drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr umfassen, gelten ebenso als nebenberuflich. Denk daran, dass mehrere kleine Jobs zusammengezählt werden, wenn es um die Berechnung der Arbeitszeitgrenzen geht.

Wie viel darfst du als Student oder Studentin eigentlich verdienen?

  • BAföG-Empfänger dürfen im Jahr maximal 7.236 Euro brutto dazuverdienen, also 603 Euro brutto pro Monat (Stand: 01.01.2026). 
  • Wenn du über 603 Euro im Monat verdienst, musst du dich selbst krankenversichern.
  • Du bist nur von Arbeitnehmerbeiträgen zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit, wenn du in der Hauptsache studierst und den Job nur nebenberuflich ausübst.
  • Ein Job gilt als nebenberuflich, wenn du ihn regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche ausübst oder weniger als drei Monate beziehungsweise 70 Arbeitstage pro Jahr.
  • Dein Verdienst darf den Grundfreibetrag von 12.348 Euro pro Jahr nicht überschreiten, sonst musst du Steuern zahlen.

Podcast: Studentenjob finden: Wichtige Tipps für Studierende

In dieser Folge von KopfGeld, dem Podcast der Berliner Sparkasse, sprechen wir mit unserem Gast Cihan Aksakal vom Personaldienstleister Zenjob über das Arbeiten während des Studiums, über die verschiedenen Möglichkeiten, einen Studentenjob zu finden und über die Plattform Zenjob. Hör rein und hol dir wertvolle Tipps!

Flexibilität bei der Studienfinanzierung: Wie bekomme ich einen Studienkredit?

Studienkredite bieten dir die Möglichkeit, dein Studium zu finanzieren, wenn dir Nebenjob, BAföG und Co. nicht ausreichen. Es gibt zahlreiche, speziell auf Studierende zugeschnittene Finanzierungsangebote. Dazu gehören zum Beispiel:

  • ein Bildungskredit des Bundes
  • ein KfW-Studienkredit
  • ein Darlehen der Studentischen Darlehenskasse

Den Bildungskredit kannst du unkompliziert online beim Bundesverwaltungsamt beantragen. Weitere Optionen sind der KfW-Studienkredit und das Darlehen der Studentischen Darlehenskasse. Auch das Berliner Studierendenwerk steht Studierenden finanziell zur Seite.

Bei Studienkrediten verzichten die Geldinstitute meist auf die üblichen Sicherheiten, da Studierende unter normalen Bedingungen als nicht kreditwürdig gelten würden. Die Zinssätze sind für gewöhnlich moderat. Doch Vorsicht: Alles in allem bedeutet das nicht, dass sich schlussendlich nicht eine beachtliche Summe über die Jahre ansammeln kann, die du zurückzahlen musst.

Beim KfW-Studienkredit beispielsweise kannst du dir monatlich Beträge von 100 bis maximal 650 Euro auszahlen lassen. Das Leben als Studierender ist dennoch selten die Zeit für große Sprünge: Miete, Krankenversicherung, Lebensmittel, Bücher, Handy, vielleicht ein neues Kleidungsstück oder der Beitrag im Sportverein – all das summiert sich Monat für Monat und kann das Budget schnell ausschöpfen. Ein klarer Finanzplan hilft dir, dein Studium besser zu finanzieren und auch langfristig die Kosten im Griff zu behalten.

Welche Vorteile hat die Studienfinanzierung über ein duales Studium?

Ein duales Studium ist genau das Richtige für dich, wenn du dein Studium selbst finanzieren und gleichzeitig Berufserfahrung sammeln möchtest. 

Bei diesem Modell verknüpfst du das theoretische Studium an einer Hochschule, Berufsakademie oder Sparkassenakademie mit der praktischen Arbeit in einem Unternehmen. Der größte Vorteil: Schon während des Studiums verdienst du ein festes Gehalt und brauchst dir keine Gedanken um die Studienfinanzierung zu machen. So sicherst du dir finanzielle Unabhängigkeit und ein stabiles Einkommen. Und das duale Studium hat noch mehr in petto: Neben wertvoller Berufserfahrung und hilfreichen Kontakten in der Arbeitswelt hast du nach dem Abschluss nicht nur einen akademischen Grad in der Tasche, sondern oft auch die Chance, direkt übernommen zu werden.

Gerade bei den Sparkassen und ihren Verbundpartnern gibt es viele Möglichkeiten, ein duales Studium in Fachrichtungen wie BWL, Finanzwesen oder Informatik zu absolvieren. Neugierig geworden? Die Berliner Sparkasse bietet regelmäßig Stellen für duale Studiengänge an – Angebote findest du in der Jobbörse der Berliner Sparkasse.

Wie funktioniert die Studienfinanzierung über Studien- oder Bildungsfonds?

Mithilfe eines Studien- oder Bildungsfonds finanzierst du dein Studium vorab und zahlst später einen prozentualen Anteil deines Einkommens zurück, wenn du eine bestimmte Einkommensgrenze erreichst.

Das Prinzip eines Studien- oder Bildungsfonds ist eine moderne und flexible Option, dein Studium zu finanzieren. Anders als bei einem klassischen Studienkredit lädst du dir hier keine feste Schuldenlast auf. Stattdessen bekommst du monatlich eine Auszahlung, die zu deinem Bedarf und deiner Studiendauer passt. Erst wenn du nach dem Studium in den Job einsteigst, zahlst du einen festgelegten Prozentsatz deines Bruttoeinkommens an den Fonds zurück. Die Rückzahlung ist also an die Höhe deines Einkommens gekoppelt.

Der große Vorteil dabei ist, dass du nur ein geringes Risiko eingehst: Verdienst du nach dem Abschluss weniger als erwartet, etwa wegen Teilzeitarbeit oder einem gering bezahlten Einstiegsjob, wird die Rückzahlung entsprechend niedrig gehalten oder sogar pausiert. Überschuldung, wie bei klassischen Krediten, ist hier kein Thema.

Viele Fondsanbieter punkten zudem mit flexiblen Vertragsoptionen, die auf deine persönliche Situation, wie längere Studienzeiten oder Auslandsaufenthalte, eingehen. Da sich die Fördervoraussetzungen und Rückzahlungsbedingungen von Anbieter zu Anbieter unterscheiden, lohnt es sich, die Angebote gut zu vergleichen, um die passende Lösung für dich zu finden.

Fazit: Mit verschiedenen Möglichkeiten zu deiner eigenen Studienfinanzierung

Eine „One-Size-fits-all“-Lösung, um dein Studium zu finanzieren, wirst du vermutlich nicht finden. Das Motto lautet eher: „Die richtige Mischung macht’s!“ Überlege dir, wie viel du monatlich benötigst und ob du neben dem Studium arbeiten möchtest oder lieber auf einen Kredit, BAföG oder ein Stipendium setzen willst. Damit du dich voll und ganz auf dein Studium konzentrieren kannst, solltest du die Studienfinanzierung vor Beginn deines Studiums gezielt angehen, entweder eigenständig oder mit Unterstützung durch die kompetente Beratung der Berliner Sparkasse, besonders im Klub zur hohen Kante, der Filiale der Berliner Sparkasse für junge Kunden in Friedrichshain.

FAQ zur Studienfinanzierung

Welche Möglichkeiten gibt es, mein Studium zu finanzieren?

Du kannst dein Studium über elterliche Unterstützung, BAföG, Stipendien, Nebenjobs, Studienkredite, duale Studiengänge oder Bildungsfonds finanzieren. Oft führt eine Kombination aus diesen Optionen zu einer optimalen Studienfinanzierung.

Wann sind Eltern verpflichtet, ihr Kind während des Studiums finanziell zu unterstützen?

In Deutschland müssen Eltern ihre Kinder bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss unterstützen. Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen und der Düsseldorfer Tabelle.

Wer hat Anspruch auf BAföG und wie funktioniert es?

BAföG richtet sich an Studierende, deren Eltern das Studium nicht vollständig finanzieren können. Das BAföG setzt sich zur Hälfte aus einem Zuschuss und zur Hälfte aus einem zinslosen Darlehen zusammen, welches nach der Regelstudienzeit zurückgezahlt wird.

Wie viel darf ich neben dem Studium verdienen?

Möchtest du über einen Nebenjob dein Studium finanzieren, solltest du unter 603 Euro pro Monat verdienen, um beitragsfrei in der Familienversicherung zu bleiben. Für BAföG-Empfangende liegt die Jahresgrenze bei 7.236 Euro brutto.

Wie funktioniert ein Studienkredit?

Studienkredite wie der KfW-Studienkredit oder Bildungsfonds zahlen dir monatlich Geld aus, das du später als festen Betrag oder prozentual vom Einkommen zurückzahlst.

Welche Vorteile hat ein duales Studium?

Ein duales Studium kombiniert Studium und Berufspraxis, sichert ein regelmäßiges Einkommen, ermöglicht wertvolle Kontakte und oft eine Übernahmechance nach dem Abschluss.

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