Aktualisiert 15.01.2026
Ein Stipendium eignet sich als alternative Finanzierungsmöglichkeit für dein Studium, wenn du dir trotz Elternunterhalt oder BAföG mehr finanziellen Spielraum wünschst. Die gute Nachricht: Anders als vielfach vermutet gibt es Stipendien nicht nur für Hochbegabte. Wie du dich am besten für ein Stipendium bewirbst und welche Arten es gibt, erfährst du hier.
Bei einem Stipendium handelt es sich um eine (Aus-)Bildungsförderung für Studierende, Schülerinnen und Schüler und Azubis. Wie die Förderung genau abläuft, hängt von der Art des Stipendiums ab:
Bei der Fördergeldvergabe kommt es üblicherweise nicht darauf an, in welchem Studien- oder Ausbildungsabschnitt du dich befindest. So kannst du dich für bestimmte Stipendien schon vor dem Abitur bewerben, auf andere wiederum nach abgeschlossener Ausbildung.
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1. Ein Stipendium bekommen nur Hochbegabte, Bedürftige oder besonders engagierte Studierende.
Stimmt nicht: Für die Vergabe eines Stipendiums können über 40 verschiedene Auswahlkriterien zum Tragen kommen. Dazu gehören unter anderem auch das Studienfach, der Beruf der Eltern und der Geburtsort.
2. Stipendien werden nur an Studienanfänger vergeben.
Nein. Es sind sogar Stipendien verfügbar, die sich explizit an höhere Semester richten.
3. Es gibt nur sehr wenige Stipendiengeber.
Das stimmt nicht: Heutzutage stehen mehr als 2.500 Stipendiengeber zur Auswahl.
4. Für ein Stipendium ist ein riesiger Bewerbungsaufwand notwendig.
Hierbei handelt es sich um einen weit verbreiteten Irrtum. Meist sind der Lebenslauf und ein Anschreiben alles, was du für die Bewerbung brauchst.
5. Die Konkurrenz ist viel zu groß.
Oftmals ist die Konkurrenz kleiner, als man denkt. Über zwei Drittel aller Studierenden haben sich noch nie um ein Stipendium beworben.
Der Irrglaube „Nur Hochbegabte erhalten ein Stipendium“ hält sich hartnäckig. Ja, es gibt Hochbegabten-Förderung, aber die Auswahlkriterien der zahlreichen Stipendienprogramme sind unterschiedlich. Welche Bewerber ein Stipendium erhalten, hängt vom jeweiligen Stipendienprogramm ab.
Beispiel:
Du studierst Filmwissenschaften im Master und würdest gerne ins Ausland. Dann kannst du dich auf ein Jahresstipendium für künstlerische Fächer des DAAD bewerben. Die Voraussetzungen für die Bewerbung sind unter anderem:
Generell kann sich jeder, der sich in einem Ausbildungsverhältnis befindet – egal ob Studium, Berufs- oder Schulausbildung – auf ein Stipendium bewerben. Allerdings passt nicht jedes Stipendium zu jedem Bewerber. Informiere dich daher, welches Stipendium am besten zu dir passt. Für die Suche nach dem passenden Stipendium stehen verschiedene Plattformen zur Verfügung, beispielsweise:
Das Deutschlandstipendium gehört zu den bekanntesten Programmen. Es unterstützt Studierende mit bis zu 300 Euro und Doktoranden mit maximal 1.450 Euro pro Monat. Auch bekannt ist das ERASMUS-Stipendium, das Studierende bei ihren Auslandsaufenthalten mit bis zu 500 Euro monatlich bezuschusst. Wir haben je ein Beispielstipendium für Studierende, Schülerinnen und Schüler und Azubis herausgesucht:
Der DAAD ist einer der größten und bekanntesten Stipendiengeber Deutschlands. Er bemüht sich um interkulturellen Austausch von jungen Wissenschaftlern. Generell können sich Studierende aller Fächer bewerben, allerdings versteht sich der DAAD als Botschafter für Germanistik und engagiert sich besonders für Sprachaustausch und Fremdsprachenzertifikate.
Die Stipendien des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds unterstützen Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse des Gymnasiums. Eine Voraussetzung für dieses Stipendium ist, dass eine soziale oder finanzielle Notlage der Familie oder eine nachgewiesene Hochbegabung vorliegt.
Das Deutsch-Französische Jugendwerk unterstützt unter anderem ausbildungsbegleitende Praktika in Frankreich. Das Praktikum muss mindestens drei Wochen dauern. Bei dem Projekt geht es um interkulturellen Austausch, daher werden deutsche Einrichtungen in Frankreich nicht gefördert.
Die Anforderungen an Stipendienbewerber sind von Programm zu Programm verschieden. Was aber in beinahe jede Bewerbung gehört, sind Motivationsschreiben und Lebenslauf:
Das Motivationsschreiben sollte kurz und prägnant erklären, warum du dich auf das Stipendium bewirbst. Beantworte im Schreiben diese Fragen:
Das Schreiben sollte nicht mehr als eine Seite lang sein. Die Auswahlkommission hat nämlich meist nicht viel Zeit, um Anträge zu prüfen. Daher möchte sie alle wichtigen Informationen auf einen Blick erfassen können. Deshalb ist auch eine klare Struktur im Text wichtig:
Wichtig:
Die meisten Stipendiengeber fragen nach einem tabellarischen Lebenslauf (Curriculum Vitae – CV) in der Bewerbung. Wie das Motivationsschreiben sollte auch dieser kurz und prägnant sein und nicht mehr als zwei Seiten umfassen. Hier zählen eine klare Struktur und ein gutes Format, damit sich die Auswahlkommission mühelos einen Überblick verschaffen kann. In einen tabellarischen Lebenslauf gehören:
Welche Aspekte in den Lebenslauf aufgenommen werden sollten, hängt auch davon ab, wie relevant diese für das Stipendium sind. Wenn dein CV zu lang wird, streiche beispielsweise Schülerjobs. Wenn du in der Schule bist, erwähne ruhig deine Hobbys. Bist du hingegen bereits Doktorand, sollten sie keine zu große Rolle spielen – außer sie sind explizit relevant für die Bewerbung.
Fazit: Bewirb dich erfolgreich auf ein Stipendium für dein Studium |
| Auf ein Stipendium kann sich jeder bewerben. Dabei solltest du dich nicht aus Furcht vor zu hohen Standards abschrecken lassen. Suche nach einem Stipendium, das zu deiner individuellen Situation passt. Mit den genannten Tipps reichst du eine aussagekräftige Bewerbung ein und hast gute Chancen auf ein Stipendium. |
Grundsätzlich kannst du dich immer auf ein Stipendium bewerben, wenn du:
Nein. Es gibt viele unterschiedliche Kriterien, nach denen Stipendiaten ausgewählt werden. Dazu gehören beispielsweise auch:
Zu den bekanntesten Stipendien zählen:
Für fast alle Stipendien musst du ein Motivationsschreiben und einen Lebenslauf einreichen, wenn du dich bewirbst.
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