Studium finanzieren: Wie bekommt man ein Stipendium?

Aktualisiert 15.01.2026

Ein Stipendium eignet sich als alternative Finanzierungsmöglichkeit für dein Studium, wenn du dir trotz Elternunterhalt oder BAföG mehr finanziellen Spielraum wünschst. Die gute Nachricht: Anders als vielfach vermutet gibt es Stipendien nicht nur für Hochbegabte. Wie du dich am besten für ein Stipendium bewirbst und welche Arten es gibt, erfährst du hier.

Das Wichtigste zum Stipendium für ein Studium in Kürze

  • Bei einem Stipendium bekommst du finanzielle Unterstützung für dein Studium oder deine Ausbildung. Meistens wird das Stipendium in Form eines monatlichen Beitrags ausgezahlt.
  • In der Regel können alle Schüler, Azubis und Studenten sich für ein Stipendium bewerben.
  • Um dich zu bewerben, gibst du üblicherweise deinen Lebenslauf und ein aussagekräftiges Motivationsschreiben ab.

Das Wichtigste zum Stipendium für ein Studium in Kürze

  • Bei einem Stipendium bekommst du finanzielle Unterstützung für dein Studium oder deine Ausbildung. Meistens wird das Stipendium in Form eines monatlichen Beitrags ausgezahlt.
  • In der Regel können alle Schüler, Azubis und Studenten sich für ein Stipendium bewerben.
  • Um dich zu bewerben, gibst du üblicherweise deinen Lebenslauf und ein aussagekräftiges Motivationsschreiben ab.

Was ist ein Stipendium?

Bei einem Stipendium handelt es sich um eine (Aus-)Bildungsförderung für Studierende, Schülerinnen und Schüler und Azubis. Wie die Förderung genau abläuft, hängt von der Art des Stipendiums ab:

  • Bei manchen Programmen erhältst du eine einmalige Zahlung, wenn dein Stipendium bewilligt wurde.
  • Bei anderen Stipendien bekommst du für einen festgelegten Zeitraum jeden Monat Geld.
  • Manche Stipendien sind an ein bestimmtes Forschungsprojekt oder einen Auslandsaufenthalt gebunden.

Bei der Fördergeldvergabe kommt es üblicherweise nicht darauf an, in welchem Studien- oder Ausbildungsabschnitt du dich befindest. So kannst du dich für bestimmte Stipendien schon vor dem Abitur bewerben, auf andere wiederum nach abgeschlossener Ausbildung.

Die 5 größten Irrtümer rund ums Stipendium

1. Ein Stipendium bekommen nur Hochbegabte, Bedürftige oder besonders engagierte Studierende.

Stimmt nicht: Für die Vergabe eines Stipendiums können über 40 verschiedene Auswahlkriterien zum Tragen kommen. Dazu gehören unter anderem auch das Studienfach, der Beruf der Eltern und der Geburtsort.

2. Stipendien werden nur an Studienanfänger vergeben.

Nein. Es sind sogar Stipendien verfügbar, die sich explizit an höhere Semester richten.

3. Es gibt nur sehr wenige Stipendiengeber.

Das stimmt nicht: Heutzutage stehen mehr als 2.500 Stipendiengeber zur Auswahl.

4. Für ein Stipendium ist ein riesiger Bewerbungsaufwand notwendig.

Hierbei handelt es sich um einen weit verbreiteten Irrtum. Meist sind der Lebenslauf und ein Anschreiben alles, was du für die Bewerbung brauchst.

5. Die Konkurrenz ist viel zu groß.

Oftmals ist die Konkurrenz kleiner, als man denkt. Über zwei Drittel aller Studierenden haben sich noch nie um ein Stipendium beworben.

Bewerbung um ein Stipendium: Jeder hat eine Chance

Der Irrglaube „Nur Hochbegabte erhalten ein Stipendium“ hält sich hartnäckig. Ja, es gibt Hochbegabten-Förderung, aber die Auswahlkriterien der zahlreichen Stipendienprogramme sind unterschiedlich. Welche Bewerber ein Stipendium erhalten, hängt vom jeweiligen Stipendienprogramm ab.

Beispiel:

Du studierst Filmwissenschaften im Master und würdest gerne ins Ausland. Dann kannst du dich auf ein Jahresstipendium für künstlerische Fächer des DAAD bewerben. Die Voraussetzungen für die Bewerbung sind unter anderem:

  • Immatrikulation an einer staatlich anerkannten Kunst- oder Filmhochschule
  • Mindestens im fünften Fachsemester
  • Vorkenntnisse in der Sprache des Wunsch-Partnerlands
  • Einreichen von Arbeitsproben

 

Wichtig:

Generell kann sich jeder, der sich in einem Ausbildungsverhältnis befindet – egal ob Studium, Berufs- oder Schulausbildung – auf ein Stipendium bewerben. Allerdings passt nicht jedes Stipendium zu jedem Bewerber. Informiere dich daher, welches Stipendium am besten zu dir passt. Für die Suche nach dem passenden Stipendium stehen verschiedene Plattformen zur Verfügung, beispielsweise:

Deutschlandstipendium, ERASMUS und Co. – Beispiele für Stipendien

Das Deutschlandstipendium gehört zu den bekanntesten Programmen. Es unterstützt Studierende mit bis zu 300 Euro und Doktoranden mit maximal 1.450 Euro pro Monat. Auch bekannt ist das ERASMUS-Stipendium, das Studierende bei ihren Auslandsaufenthalten mit bis zu 500 Euro monatlich bezuschusst. Wir haben je ein Beispielstipendium für Studierende, Schülerinnen und Schüler und Azubis herausgesucht:

Stipendium fürs Studium: DAAD - Deutscher Akademischer Austauschdienst

Der DAAD ist einer der größten und bekanntesten Stipendiengeber Deutschlands. Er bemüht sich um interkulturellen Austausch von jungen Wissenschaftlern. Generell können sich Studierende aller Fächer bewerben, allerdings versteht sich der DAAD als Botschafter für Germanistik und engagiert sich besonders für Sprachaustausch und Fremdsprachenzertifikate.

  • Beim RISE-Stipendium des DAAD werden Studierende mit bis zu 1.050 Euro monatlich für ein höchstens dreimonatiges Forschungspraktikum unterstützt.

Schülerstipendium: Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds

Die Stipendien des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds unterstützen Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse des Gymnasiums. Eine Voraussetzung für dieses Stipendium ist, dass eine soziale oder finanzielle Notlage der Familie oder eine nachgewiesene Hochbegabung vorliegt.

  • Das Stipendium enthält Beihilfen zur Finanzierung eines Internatsaufenthalts, die Teilnahme an einer Ferienakademie oder Zuschüsse für Instrumente.

Stipendium Ausbildung: DFJW – Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks

Das Deutsch-Französische Jugendwerk unterstützt unter anderem ausbildungsbegleitende Praktika in Frankreich. Das Praktikum muss mindestens drei Wochen dauern. Bei dem Projekt geht es um interkulturellen Austausch, daher werden deutsche Einrichtungen in Frankreich nicht gefördert.

  • Der Austausch wird mit 300 Euro bis 900 Euro bezuschusst.

Das gehört in die Stipendium-Bewerbung

Die Anforderungen an Stipendienbewerber sind von Programm zu Programm verschieden. Was aber in beinahe jede Bewerbung gehört, sind Motivationsschreiben und Lebenslauf:

Das Motivationsschreiben fürs Stipendium

Das Motivationsschreiben sollte kurz und prägnant erklären, warum du dich auf das Stipendium bewirbst. Beantworte im Schreiben diese Fragen:

  • Wie würde das Stipendium dich persönlich und beruflich weiterbringen?
  • Welche Qualifikationen bringst du mit?

Das Schreiben sollte nicht mehr als eine Seite lang sein. Die Auswahlkommission hat nämlich meist nicht viel Zeit, um Anträge zu prüfen. Daher möchte sie alle wichtigen Informationen auf einen Blick erfassen können. Deshalb ist auch eine klare Struktur im Text wichtig:

  • Stelle dich zuerst kurz vor.
  • Erkläre dann, wieso du dich konkret um dieses Stipendium bewirbst und wieso du zu der dazugehörigen Stiftung passt.
  • Schließe damit, dass du für Rückfragen bereitstehst und dich auf eine Rückmeldung freust.

Wichtig:

  • Das Format des Schreibens sollte einem Brief ähneln. Daten zum Absender und Adressaten sowie Ortsangabe, Datum, Betreffzeile und Unterschrift gehören unbedingt hinein.

Der Lebenslauf fürs Stipendium

Die meisten Stipendiengeber fragen nach einem tabellarischen Lebenslauf (Curriculum Vitae – CV) in der Bewerbung. Wie das Motivationsschreiben sollte auch dieser kurz und prägnant sein und nicht mehr als zwei Seiten umfassen. Hier zählen eine klare Struktur und ein gutes Format, damit sich die Auswahlkommission mühelos einen Überblick verschaffen kann. In einen tabellarischen Lebenslauf gehören:

  1.  Angaben zur eigenen Person (Geburtsdatum, Anschrift, Telefonnummer etc.)
  2. Ausbildungshistorie (Schul-/Uni- und/oder Berufsausbildung)
  3. Praktika/Berufserfahrung
  4. Fremdsprachenkenntnisse
  5. Computer-Kenntnisse
  6. Ehrenamtliches Engagement

Welche Aspekte in den Lebenslauf aufgenommen werden sollten, hängt auch davon ab, wie relevant diese für das Stipendium sind. Wenn dein CV zu lang wird, streiche beispielsweise Schülerjobs. Wenn du in der Schule bist, erwähne ruhig deine Hobbys. Bist du hingegen bereits Doktorand, sollten sie keine zu große Rolle spielen – außer sie sind explizit relevant für die Bewerbung.

Fazit: Bewirb dich erfolgreich auf ein Stipendium für dein Studium

Auf ein Stipendium kann sich jeder bewerben. Dabei solltest du dich nicht aus Furcht vor zu hohen Standards abschrecken lassen. Suche nach einem Stipendium, das zu deiner individuellen Situation passt. Mit den genannten Tipps reichst du eine aussagekräftige Bewerbung ein und hast gute Chancen auf ein Stipendium.

FAQ zum Stipendium

Wer kann sich für ein Stipendium bewerben?

Grundsätzlich kannst du dich immer auf ein Stipendium bewerben, wenn du:

  • studierst,
  • eine Ausbildung machst,
  • noch in der Schule bist.
Muss ich hochbegabt sein, um ein Stipendium zu bekommen?

Nein. Es gibt viele unterschiedliche Kriterien, nach denen Stipendiaten ausgewählt werden. Dazu gehören beispielsweise auch:

  • soziales Engagement
  • Studiengang
  • Finanzielle Situation
Welche bekannten Stipendien gibt es?

Zu den bekanntesten Stipendien zählen:

  • das Deutschlandstipendium
  • das RISE-Stipendium des DAAD
  • das Erasmus-Programm
  • der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds
  • das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW)
Was gehört in eine Stipendium-Bewerbung?

Für fast alle Stipendien musst du ein Motivationsschreiben und einen Lebenslauf einreichen, wenn du dich bewirbst.

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