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Erschienen im Tagesspiegel  am 07.03.2019
Anlegerfrage an Klaus Kramer, Direktor Private Banking der Berliner Sparkasse 

Ich überlege, in Gold zu investieren. Was halten Sie von Gold-Wertpapieren und was muss ich beachten? 

Goldschmuck, Barren und Münzen gehören in den Safe – den kann man sich aber sparen, wenn man an der Börse in Gold investiert. Verzichtbar sind auf diese Weise nicht nur Logistik- und Lagerkosten oder das Risiko eines Diebstahls, sondern auch die Prüfung auf Echtheit. Schon allein aus pragmatischer Sicht spricht also eine Menge für eine indirekte Goldinvestition.
 
 Allgemein hat Gold die Psychologie auf seiner Seite. Seit jeher hat es Menschen aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften und seiner Schönheit fasziniert. Mit dem Entstehen von Reichen und Städten und weit ausgestreckten Handelsnetzen war es schließlich auch als universale Währung gefragt. Seitdem hat Gold etliche Währungen und Wirtschaftssysteme überlebt und damit das Vertrauen vieler in seinen Werterhalt zementiert. Anders als etwa gedrucktes  Geld unterliegt die weltweite Goldmenge einer natürlichen Begrenzung. Das macht seine Stabilität als Sachwert aus.

Stabilität wird Gold vor allem gegen externe Entwicklungen nachgesagt. Ob Währungskrisen, Handelskonflikte oder politische Reibereien, das Edelmetall gilt als Stabilitätsanker. Doch auch der Goldpreis ist von Angebot und Nachfrage abhängig. Derzeit fallen mit einigen krisengeplagten Schwellenländern üblicherweise starke Nachfrager aus. Das hat den Goldpreis zwischenzeitlich geschwächt. Er bewegte sich trotz relativ hoher Inflationsraten in der jüngeren Vergangenheit eher seitwärts, ist seit Kurzem aber wieder in Schwung gekommen.
 
 An der Börse kann man über sogenannte ETC  (Exchange Traded Commodities) in Gold investieren. Diese bilden wie Indexfonds auf Aktien die tatsächliche Wertentwicklung des Goldpreises ab – eins zu eins. Eine Reihe solcher ETC ist im Wesentlichen mit physischem Gold hinterlegt, das macht die Investition vergleichsweise haptisch. Wer mag, kann sich den Rohstoff bei diesen Produkten sogar liefern lassen, falls sie oder er die Wertanlage eines Tages doch lieber anfassen möchte. Da die Wertpapiere steuerlich wie physisches Gold betrachtet werden, sind Kursgewinne nach einem Jahr zudem steuerfrei.

Unterm Strich ist der Langzeittrend für Gold positiv, dynamischer aber sind andere Wertanlagen. Eine Beimischung von Gold gehört schlicht als unkomplizierte Zutat für Krisenzeiten in jedes gut strukturierte Depot. Für die passende Gewichtung sollte man sich beraten lassen.

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