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Berliner Sparkasse – Anlegerfrage Nachlass

Erschienen im Tagesspiegel am 11.10.2018
Anlegerfrage an Klaus Kramer, Direktor Private Banking der Berliner Sparkasse

Ich möchte meinen Liebsten später ein kleines Vermögen vererben. Welche Möglichkeiten gibt es und was ist zu beachten? 

 

Mein wichtigster Rat ist, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen: Was passiert mit dem Vermögen, wenn mir selbst etwas zustößt? Oft wird man dabei feststellen, dass die gesetzliche Erbfolge völlig ausreicht, um die eigenen Wünsche erfüllt zu wissen. In anderen Fällen ist ein Testament unumgänglich. In jedem Fall gelten die üblichen Steuerfreibeträge: 400.000 Euro für Kinder, 200.000 für Enkel und 20.000 Euro für Nichten und Neffen, aber auch für Lebensgefährten. Wer langfristig plant, kann diese Freibeträge schon zu Lebzeiten alle zehn Jahre durch Schenkungen nutzen.

Jedes Erbe ist ein Einzelfall. Häufig spielen aber die klassischen Anlageformen wie Immobilien, Versicherungen oder Wertpapierdepots eine Rolle.

Gerade Aktien oder Aktienfonds sind bezogen auf die zu erwartende Rendite nach wie vor attraktiv, aber auch sehr schwankungsintensiv. Im Erbfall wird der Wert der Wertpapiere am Todestag besteuert. Für den Erben kann es Sinn machen, die Titel gleich zu veräußern oder mit der Aussicht auf weitere Gewinne zu übernehmen – je nach Zielen und Risikobereitschaft.

Bei Immobilien zahlt sich genaues Hinsehen aus. Nur ein Beispiel: Wer eine Eigentumswohnung der Eltern im Wert von 700.000 Euro erbt, müsste angesichts des Freibetrags von 400.000 Euro eigentlich 300.000 Euro versteuern. Das entfällt, wenn die Tochter oder der Sohn für mindestens zehn Jahre selbst einziehen – und die Wohnfläche eine Grenze von 200 Quadratmetern nicht überschreitet. Und was viele gar nicht wissen:  Die selbstgenutzte Immobilie, deren Wert den Steuerfreibetrag deutlich überschreitet, kann zu Lebzeiten auch zum Steuernulltarif an Ehepartner  übertragen werden – der Freibetrag bleibt erhalten.

Mancher möchte ausschließen, dass ein geschenktes Vermögen zu schnell ausgegeben wird. Eine unkomplizierte Lösung bieten Versicherungen. Wer beispielsweise schon zu Lebzeiten einen Betrag zu 99 Prozent dem Enkelsohn überträgt und zu einem Prozent selbst behält, kann sicher sein, dass der Enkel das Geld erhält, aber erst zum gewünschten Zeitpunkt darüber verfügen kann. Derartige Regelungen lassen sich sogar außerhalb des Testaments und ohne notarielle Kosten treffen.  

Ob Versicherungen, Immobilien oder Wertpapiere: Wer etwas zu vererben hat, sollte sich zu den Gestaltungsmöglichkeiten beraten lassen, je früher desto besser. So kann das Familienvermögen und der Familienfrieden bewahrt werden.

 
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