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Berliner Sparkasse – Anlegerfrage Mobilität

Erschienen im Tagesspiegel am 04.12.2019
Anlegerfrage an Klaus Kramer, Direktor Private Banking der Berliner Sparkasse

Die Aktien von Autokonzernen sind derzeit recht niedrig bewertet. Lohnt sich der Einstieg?

 

In vielen Branchen herrscht gerade Unruhe, aber im Automobilsektor scheinen Aufbruchs- und Untergangsstimmung besonders nah beieinander. Jetzt einzusteigen, kann sich lohnen, aber die Branche ist nicht mehr der Renditegarant per se: Bei BMW etwa ist der Gewinn eingebrochen – prompt wird nun die Dividende gekürzt. Audi will Tausende Stellen streichen. VW wiederum hat zuletzt exzellente Ergebnisse vorgelegt. Und Daimler ist zwar Mitte des Jahres in die Gewinnzone zurückgekehrt, will aber vor allem sparen.

Dass ihre Kurse nicht mehr zuverlässig nach oben klettern, liegt zunächst an zwei gesättigten Märkten, Europa und den USA. Wachstum verzeichnet die Branche nur noch in China: Jedes dritte deutsche Auto wird dort verkauft, vor allem von Luxusmarken. Längst streben Chinas Autobauer nach dem technischen Niveau deutscher Traditionskonzerne.  

Als wäre das nicht genug, begeistern in urbanen Lagen neue Mobilitätskonzepte und -anbieter die Menschen. Wer in Berlin mit dem Auto von A nach B möchte, kann sich zum Beispiel mal im Berlkönig der BVG, mal vom grünen Anbieter Clevershuttle und mal von Uber chauffieren lassen. Für viele ist das Auto kein Statussymbol mehr. Doch auch bei den neuen Angeboten mischen die Deutschen mit: Wer kein Auto hat und trotzdem mal hinter das Lenkrad steigen möchte, kann dafür etwa auf die Carsharing-Angebote We Share von VW oder auf Share Now, die Kooperation von BMW und Daimler zurückgreifen. Auch beim autonomen Fahren arbeiten beide zusammen – ein Zeichen für Veränderungsbereitschaft.

Die kurzfristigste Herausforderung für die deutsche Automobilindustrie ist jedoch die EU-Regulierung, die bis 2021 strenge CO2-Regeln vorgibt. Der Branche verlangt dies eine stärkere Konzentration auf E-Mobilität ab. Noch ist die Nachfrage hier überschaubar, in China aber ist sie hoch. Und politischer Druck, Subventionen sowie der Ausbau der Infrastruktur werden hierzulande für mehr Käufer sorgen. Wie sehr der US-amerikanische E-Autobauer Tesla darauf setzt, zeigt dessen Entscheidung für ein Werk in Brandenburg. Auch VW geht in die Offensive und will bis 2028 70 E-Modelle anbieten.

Noch ist unklar, wie der Strukturwandel ausgehen wird. Wer auf Autokonzerne setzt, sollte genau hinschauen, wie die einzelnen Platzhirsche und Underdogs sich aufstellen. Dabei kann man die zukünftigen Rahmenbedingungen, von Politik bis Technologie, nicht außer Acht lassen und sich von Experten, die die Branche täglich beobachten, beraten lassen. 

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