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Berliner Sparkasse – Anlegerfrage Devidenden

Erschienen im Tagesspiegel  am 13.06.2019
Anlegerfrage an Klaus Kramer, Direktor Private Banking der Berliner Sparkasse 

Wegen der niedrigen Zinsen möchte ich in Unternehmen mit hohen Dividenden investieren. Worauf muss ich achten? 

 

Aktuell verstärkt auf Aktien zu schauen, halte ich für richtig. Von Dividenden allein sollte man sich aber nicht blenden lassen. Schließlich ist entscheidend, was man vorab für die Aktie gezahlt hat und wie viel sie am Markt aktuell wert ist. Eine wichtige Kennzahl ist die Dividendenrendite, also das Verhältnis von Dividende zu Aktienkurs. Dax-Konzerne kommen im Schnitt auf drei Prozent, ein relativ hoher Wert im Vergleich mit der Umlaufrendite des Rentenmarkts von derzeit minus 0,25 Prozent. Außerdem sollten die Ausschüttungen nicht aus der Substanz gezahlt,  sondern im Geschäft des Unternehmens erwirtschaftet werden. Das und die historische Entwicklung der Dividenden sind für Analysten Hinweise, ob eher Taktik oder gesundes Wachstum hinter den Zahlungen stecken. Eine weitere wichtige Kennzahl ist das Kursgewinnverhältnis. Es gibt an, wie viel an der Börse für einen Euro Unternehmensgewinn gezahlt werden muss. Damit lassen sich Aktien untereinander und im Zeitablauf vergleichen.

In die Dividendenqualität fließt neben der Kontinuität  auch das Kriterium Gewinnmomentum mit ein, heißt übersetzt: Wenn sich Umsatz oder Gewinn in den vergangenen Monaten oder Quartalen besonders gut entwickelt und Analysten ihre Einschätzungen wiederholt nach oben korrigiert haben, ist das oft ein Indikator für weitere Kurssteigerungen. So etwas rechtfertigt auch mal knappere Dividenden.

Vor allem aber zählt: Hat das Geschäftsmodell hinter der Dividende eine Zukunft? Deutsche Stromkonzerne oder auch TV-Riesen waren zum Beispiel einmal starke Adressen für Ausschüttungen. Dann veränderten die Naturkatastrophe in Fukushima das politische Klima und digitale Videoplattformen den Wettbewerb. Überhaupt sind die Lebenszyklen vieler Unternehmen kürzer und die Veränderungsgeschwindigkeit schneller geworden. Grob ergibt sich folgendes Bild: Viele Substanzunternehmen, eigentlich die Dividendenbringer schlechthin, reich an Maschinen, Immobilien, Patenten, Vorräten und mehr, haben schwache Jahre hinter sich. Unternehmen, die Gewinne konsequent in weiteres Wachstum reinvestieren und bei den Dividenden knausern, haben ihren Aktionären unter dem Strich mehr eingebracht. Facebook, Amazon, Netflix und Google sind Beispiele dafür.

Wer auf Dividendentitel setzen möchte, kann auf eine breite Fondspalette zugreifen. Deren Manager beobachten die Märkte täglich und können bei Bedarf schnell und flexibel ein- oder verkaufen. 

 
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