Vom Flanieren bis zum E-Auto – Berlin ist mobil. Und das in seiner ganzen Vielfalt. Was läuft gut in der Hauptstadt, wo gibt es Verbesserungsbedarf und inwieweit kann die Berliner Sparkasse unterstützen?
Wer in Berlin lebt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit schon mal Bus, Tram oder U-Bahn gefahren. Viele Linien, die die BVG zu bieten hat, rauschen alle paar Minuten durch Berlin. In absoluten Zahlen liest sich die Statistik der Berliner Verkehrsbetriebe wie das Guinnes Buch der Rekorde: Ganze 900.000 Abfahrten finden hier im öffentlichen Nahverkehr statt – wohlgemerkt pro Tag. Übers Jahr gesehen gibt es in Berlin gut 1,1 Milliarden Fahrgastfahrten mit U-Bahn, Straßenbahn, Omnibus und Fähre. Trotz Ausfällen und Verspätungen, die immer mal vorkommen, liegt die Pünktlichkeitsquote der BVG bei 98 Prozent (2024). Das ist zwar eine leichte Verschlechterung gegenüber den Vorjahren, allerdings können manche andere Verkehrsunternehmen von solchen Quoten nur träumen.
Kein Traum mehr ist das autonome Fahren bei der BVG. Bei der U-Bahn ist immerhin ein teilautonomer Betrieb geplant. Ab 2029 soll die U5 umgestellt werden, 2032 folgt die Linie U8. Bei diesem teilautomatisierten Betrieb bleiben die Fahrerinnen und Fahrer in den Zügen, sind aber nur noch für die Freigabe zum Losfahren verantwortlich sowie für die Kontrolle insgesamt. Das Fahren der Züge erfolgt automatisch. Die BVG bemüht sich, parallel zu diesen Plänen, eine Zulassung fürs autonome Fahren zu bekommen, so dass Busse und Bahnen theoretisch ganz ohne Personal unterwegs sein könnten. Hierzu gibt es immerhin schon Pilotprojekte wie „NoWeL4“, mit dem in Kürze selbstfahrende Shuttles im Nordwesten Berlins getestet werden sollen.
BVG Elektrobus. Foto: Andreas Süß
BVG Elektro-Gelenkbus. Foto: Christian Retzlaff
BVG Flexity Straßenbahn, Foto: Sven Lambert
Weniger pünktlich verläuft der geplante Komplettumstieg auf E-Busse. Bis 2030 wollte die BVG nur noch emissionsfreie Elektro-Busse im Einsatz haben, aber da bis dahin nicht alle Betriebshöfe umgerüstet oder neu entstanden sein werden, wird dieses Nachhaltigkeitsziel wohl nur zu zwei Dritteln erreicht. Momentan fahren von den 1.550 BVG-Bussen 251 elektrisch. Die Starthilfe für die Elektrifizierung kam von der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO. Die Landesagentur ist Teil der Wirtschaftsförderung Berlin Partner und soll den Markthochlauf der Elektromobilität in Berlin insgesamt unterstützen. Dieses Engagement zielt hauptsächlich auf die Fuhrparks von Firmen ab, denn hier sieht die eMO, die es seit 2010 gibt, einen großen Hebel, um die E-Mobilität zu beschleunigen.
Von Anfang an dabei ist Gernot Lobenberg als Leiter der eMO: „Der Entwicklungsstand war 2010 natürlich ein ganz anderer. Damals gab es noch keine Großserienfahrzeuge, während heute sehr viele unterschiedliche Modelle am Markt existieren. Jetzt geht es darum, die Verkehrswende intelligent mit der Energiewende zu verbinden. Bei der eMO beschäftigen wir uns mit Vernetzung, Information und innovativen Projekten.“
Foto: eMO
Ein wichtiger Punkt ist hierbei der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Im Mai 2025 gab es mehr als 35.000 Ladepunkte in Berlin und mehr als 80.000 Elektrofahrzeuge. Das ist in einer Stadt mit über 1,2 Millionen Pkw noch nicht so viel, aber die Steigerungsraten können sich sehen lassen. Während sich die Anzahl der Ladepunkte seit 2020 etwa vervierfacht hat, konnte sich die Zahl der neuzugelassenen E-Autos immerhin verdoppeln. Trotzdem will sich die eMO mit diesen Zahlen nicht zufriedengeben: „Jetzt geht es darum, noch mehr Fuhrparks, mehr Unternehmen, mehr Behörden dazu zu bewegen, in Zukunft elektrisch unterwegs zu sein“, erklärt Gernot Lobenberg.
Als nicht-kommerzieller Player bietet die eMO auch Betriebliches Mobilitätsmanagement an: „Wir unterstützen Firmen in der Frage, was sie tun können, um mit nachhaltigen Mobilitätslösungen ihren CO2-Fußabdruck zu verkleinern und auch die Kosten zu senken. Die Maßnahmen reichen von der Elektrifizierung des Fuhrparks über die Einführung von Dienstfahrrädern bis hin zu Firmentickets für die BVG. Wir wollen die Unternehmen damit auch wettbewerbsfähiger machen.“ Die eMO wird finanziert von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe und insgesamt 55 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand aus Berlin und Brandenburg.
Auch bei der Berliner Sparkasse gehört die Finanzierung von nachhaltiger Mobilität schon länger zum Portfolio. Wer seinen Fuhrpark elektrifizieren will, kann dafür gegebenenfalls staatliche Förderung in Anspruch nehmen und von den Finanzierungslösungen der Berliner Sparkasse profitieren. Übrigens lassen sich auch Lastenräder finanzieren. Der Anspruch, die eigene Mobilität nachhaltiger zu machen gilt dabei auch für die Berliner Sparkasse selbst. Die Firmenwagen fahren elektrisch und für die Mitarbeitenden gibt es ein kostenfreies Deutschlandticket sowie die Möglichkeit, ein Fahrrad zu leasen.
Berlin ist die start-up Hauptstadt schlechthin. Auch im Bereich Mobilität tut sich einiges. Erst seit April ist die Firma G-Cars (kurz für „Girls Cars“) als Fahrdienst für Frauen mit ausschließlich weiblichen Fahrerinnen an den Start gegangen. Mit CROW gibt es in Berlin einen autofreien Kurierservice auf Lastenrädern. Das Startup Dance bietet E-Bikes im Abo-Modell. Für mehr Effizienz bei elektrischen Lkw wiederum will das Startup ELU Mobility sorgen und zwar mit intelligenten Ladesystemen und der optimalen Nutzung verschiedener Stromtarife.
Auch hier ist die Berliner Sparkasse ein verlässlicher Partner, wenn es um Finanzen geht. Als Marktführerin im Gründungsgeschäft verfügt die Berliner Sparkasse nicht nur über eine hohe Branchenkompetenz, sondern unterstützt auch mit einem umfangreichen Netzwerk zu Venture Capital, Gesellschaften, Universitäten, Verbänden und Unternehmen.
An guten Mobilitätsideen mangelt es also nicht in der Hauptstadt. Ein großes Manko besteht allerdings im Radwegenetz der Hauptstadt, wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) meint. Der Radverkehr 2024 in Berlin hat weiter zugenommen, an einigen Punkten wie der Prinzregentenstraße in Wilmersdorf sogar um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings hinkt der Ausbau des Radwegenetzes stark hinterher. 2024 sind von den geplanten 100 Kilometern neuer Radwege nur gut 23 Kilometer fertiggestellt worden, der Radwegeausbau in diesem Jahr wird voraussichtlich nur bei 17,5 Kilometern liegen. „Es ist dramatisch und ein Trauerspiel, inwieweit die Landesregierung den Fahrradverkehr vernachlässigt“, sagt Eberhard Brodhage, Landesvorsitzender beim ADFC Berlin. „Medienberichten zufolge plant der Berliner Senat, die Ausgaben für die Verbesserung der Radinfrastruktur von 6,5 Millionen auf 500.000 Euro zu kürzen. Außerdem fehlt ein sinnvolles Radverkehrskonzept für Berlin.“
Immerhin eine neue Radschnellverbindung ist konkret geplant. Die 13,8 Kilometer lange Strecke wird vom Wannsee quer durch den Grunewald zur Messe Berlin und dem westlichen Ende des Kurfürstendamms führen. „Geplant waren einmal zehn solcher Radschnellverbindungen“, so Eberhard Brodhage. „Vor dem Hintergrund ist es dramatisch, dass wahrscheinlich nur einer zustande kommt. Von einer Fahrradmetropole wie Amsterdam, Paris oder Kopenhagen ist Berlin somit noch weit entfernt.“
Dafür hat der ADFC in Berlin einiges zu bieten für Fahrradenthusiasten. In der Möckernstraße 47 in Kreuzberg gibt es den „ADFC-Velokiez“ mit einer umfangreichen Bibliothek mit Fahrradkarten und einer Selbsthilfewerkstatt
Darüber hinaus unterstützt die Berliner Sparkasse immer wieder nachhaltige Initiativen in der Stadt. Eine davon ist der Verein #BIKEYGEES, über den Frauen mit Migrationshintergrund das Fahrradfahren lernen können und so mehr Freiheit und Souveränität gewinnen. In den letzten zehn Jahren konnten 2.000 Frauen von dem Angebot profitieren.
Darum geht es letztlich auch bei „Radeln ohne Alter“, wenn auch anders gelagert. Diese weltweite Bewegung bietet Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die Möglichkeit eine Fahrradtour in einer Rikscha zu erleben. Die Berliner Sektion verfügt über 16 Rikschas und einige ehrenamtliche „Piloten“, die die Rikschas mit jeweils zwei Passagieren zum Beispiel zum Wannsee fahren.
In eine ähnliche Richtung zielt der Verein KULTUR ZEIT los! Mobilität und kulturelle Teilhabe im Alter e.V. Hier geht es darum, ältere Menschen in kleinen Gruppen von ihrer Wohnungstür zu einer kulturellen Veranstaltung mit einem barrierefreien Taxi abzuholen und wieder nach Hause zurückzubringen. Die Idee liegt auch darin, Gleichgesinnte zusammenzubringen, die dann gemeinsam und sicher zum Theater, in ein Konzert oder in die Oper gelangen. Mit dabei ist eine ehrenamtliche Begleitung. „Viele gerade ältere Menschen können ihr Theater-Abo nicht mehr wahrnehmen, weil der Weg für sie zu beschwerlich ist“, weiß Vereinsgründerin Judith Metz. „Gleichzeitig gibt es ein starkes Bestreben danach, auch im hohen Alter noch selbstständig zu sein.“
Der Verein KULTUR ZEIT los! schließt damit eine wichtige Mobilitätslücke, denn leider fühlen sich manche ältere Menschen nicht sicher genug in öffentlichen Verkehrsmitteln und meiden diese. Auf der anderen Seite ist es zu teuer, jede Fahrt einzeln im Taxi zu erledigen.
In der Regel finden sich bei KULTUR ZEIT los! drei bis fünf Gleichgesinnte zu einem Kulturevent zusammen. Schon bei der Fahrt kommen die Leute miteinander ins Gespräch, das danach weitergeht. „Der nächste Effekt ist, dass sich unsere Gäste später auch eigenständig auf einen Kaffee verabreden. Unsere Initiative hat also eine nachhaltige soziale Wirkung“, erklärt Judith Metz, die oft das Feedback von Seniorinnen und Senioren bekommt: „Schön, dass mal jemand etwas für uns macht!“
KULTUR ZEIT los! Foto: Markus Altmann
Auch nicht unumstritten ist die Zukunft des Autoverkehrs. So spaltet der geplante Ausbau der A100 weiterhin die Berlinerinnen und Berliner. Das mag auch daran liegen, dass das Autofahren in der Hauptstadt einen immer kleineren Anteil am Gesamtverkehr hat (siehe Infografik). Ganze 46 Prozent der Haushalte besitzen laut der Studie „Mobilität in Städten 2023“ zudem gar kein Auto. Insgesamt hat die Anzahl der Wege, die mit dem Auto zurückgelegt werden, abgenommen und auch die jeweiligen Entfernungen.
Weniger Auto, mehr zu Fuß: Die Studie „Mobilität in Städten 2023“ der TU Dresden hat genau untersucht, wer sich wie fortbewegt. Demnach liegt der „motorisierte Individualverkehr“ in Berlin bei 22 Prozent (4 Prozent weniger), während 18 Prozent der Wege auf dem Fahrrad zurückgelegt werden. Der Fußverkehr hat um 4 Prozent zugelegt und hat jetzt einen Anteil von 34 Prozent. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) liegt in Berlin bei 26 Prozent.Die Studie hat auch die Beliebtheit der Mobilitätsarten untersucht. 87 Prozent der Berlinerinnen und Berliner gehen gern zu Fuß, zwei Drittel der Hauptstädter fahren gern Rad und die öffentlichen Verkehrsmittel stoßen bei 60 Prozent der Berlinerinnen und Berliner auf Sympathie.
Etwa jeder dritte Weg wird in Berlin zu Fuß bewältigt. Die Fußgänger stellen damit die größte Mobilitätsgruppe dar. Dabei gibt es messbare soziale Unterschiede: Menschen mit weniger Einkommen gehen deutlich öfter zu Fuß als Wohlhabende. „Gehen ist Basismobilität und ermöglicht damit gesellschaftliche Teilhabe für alle“, heißt es beim Interessenverband Der FUSS e.V.. Die Förderung dieser Basismobilität sei daher die sozialste Verkehrspolitik.
ÉCOLEFLÂNEURS - Foto: Jochen Massar
Elke Schmid engagiert sich beim FUSS e.V., denn sie findet, dass in Berlin nicht genug getan wird, um Fußwege sicher zu machen. Auch die kurzen Grünphasen bei Ampeln stellen mobilitätseingeschränkte Menschen vor echte Herausforderungen. Die Berliner Regisseurin geht aber im wahrsten Sinne des Wortes noch einen Schritt weiter, denn sie ist Trainerin für die Kunst des Gehens und hat darüber hinaus zusammen mit Thomas Schütt die Berliner Schule des Flanierens gegründet. In der ÉCOLEFLÂNEURS wirbt sie zusammen mit ihrem Kollegen Thomas Schütt dafür, diese langsame und achtsame Form des Gehens wiederzuentdecken:
„Ich glaube, dass die Leute heutzutage viel zu sehr durch die Gegend rennen, ohne sich körperlich wahrzunehmen“, sagt Elke Schmid. „Die einfachste Möglichkeit, zu sich zu kommen und sich selbst mehr wahrzunehmen, ist langsam Gehen.“
ÉCOLEFLÂNEURS bietet daher einstündige Flanier-Spaziergänge durch Berlin an. Die Kunst liegt dabei darin, sich ziellos treiben zu lassen. „Das Flanieren haben ja auch viele Künstlerinnen und Künstler für sich genutzt, um sich schrittweise durch die eigenen Gedanken zu bewegen“, ergänzt Thomas Schütt. „Beim Flanieren drossele ich das Tempo und nehme Stress raus. Dann habe ich mehr Kapazitäten fürs Hören und Sehen und erkenne: Meine tagtägliche Umgebung birgt extrem viel Schönes, das ist wie Urlaub vor der eigenen Haustür.“
Verlosung: Berlin auf einer Rikscha-Tour entdecken
Die Berliner Sparkasse verlost 5 Gutscheine für eine 2-stündige Rikscha-Tour durch Berlin.
Schreibe eine E-Mail an: gewinn@berliner-sparkasse.de mit Angabe einer Versandadresse.
Einsendeschluss ist der 15. August 2025. Zu den Teilnahmebedingungen geht es hier.
„Berlin ist bunt“ – so vielfältig ist unsere Stadt
In ihrer Online-Serie „Berliner Vielfalt“präsentiert die Berliner Sparkasse alle zwei Monate, wie vielfältig gesellschaftliches Engagement aussehen kann. Dazu werden verschiedene Initiativen aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens vorgestellt. Die Berliner Sparkasse fördert ein verantwortungsvolles Miteinander in der Stadt und engagiert sich in vielen Vereinen und Initiativen selbst.
PS-Sparen, gewinnen und helfen
Seit über 60 Jahren erfreut sich die Lotterie der Sparkassen großer Beliebtheit. Und das nicht ohne Grund, denn hier gibt es nur Gewinner. Von jedem Los gehen 25 Cent an gemeinnützige, karitative und soziale Projekte in Berlin. Je mehr Lose Berlinerinnen und Berliner kaufen, desto mehr Projekte können unterstützt werden. Helfen Sie mit!
Wir, als Ihre Sparkasse, verwenden Cookies, die unbedingt erforderlich sind, um Ihnen unsere Website zur Verfügung zu stellen. Wenn Sie Ihre Zustimmung erteilen, verwenden wir zusätzliche Cookies, um zum Zwecke der Statistik (z.B. Reichweitenmessung) und des Marketings (wie z.B. Anzeige personalisierter Inhalte) Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website zu verarbeiten. Hierzu erhalten wir teilweise von Google weitere Daten. Weiterhin ordnen wir Besucher über Cookies bestimmten Zielgruppen zu und übermitteln diese für Werbekampagnen an Google. Detaillierte Informationen zu diesen Cookies finden Sie in unserer Erklärung zum Datenschutz. Ihre Zustimmung ist freiwillig und für die Nutzung der Website nicht notwendig. Durch Klick auf „Einstellungen anpassen“, können Sie im Einzelnen bestimmen, welche zusätzlichen Cookies wir auf der Grundlage Ihrer Zustimmung verwenden dürfen. Sie können auch allen zusätzlichen Cookies gleichzeitig zustimmen, indem Sie auf “Zustimmen“ klicken. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit über den Link „Cookie-Einstellungen anpassen“ unten auf jeder Seite widerrufen oder Ihre Cookie-Einstellungen dort ändern. Klicken Sie auf „Ablehnen“, werden keine zusätzlichen Cookies gesetzt.