MORUS 14 e. V.: Bildung mit echten Chancen

Veröffentlicht: 05. August 2026

Ein Schulabschluss ist weit mehr als ein Zeugnis – er eröffnet Chancen, stärkt das Selbstvertrauen und kann den Weg in ein selbstbestimmtes Leben ebnen. Genau hier setzt der Verein MORUS 14 in Berlin-Neukölln an. Mit dem Projekt „Schule-fertig-los!“ begleitet er junge Menschen auf ihrem Weg zum passenden Schulabschluss und gibt ihnen die Zuversicht, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Die Stiftung Berliner Sparkasse unterstützt dieses Engagement, um Bildungschancen und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.

Wo Zukunft beginnt

Als Amina ihre ersten Nachhilfestunden bei MORUS 14 besuchte, glaubte sie nicht daran, ihren Schulabschluss zu schaffen. Heute hat sie ihren Abschluss in der Tasche und einen Ausbildungsplatz gefunden. Ihre Erfolgsgeschichte zeigt beispielhaft, wie entscheidend persönliche Begleitung sein kann, besonders für junge Menschen, die auf ihrem Bildungsweg vor besonderen Herausforderungen stehen.

Der Rollbergkiez in Nord-Neukölln ist geprägt von großer kultureller Vielfalt. Rund 6.000 Menschen aus mehr als 30 Nationen leben hier. Beengte Wohnverhältnisse, finanzielle Belastungen, Sprachbarrieren oder fehlende Unterstützung beim Lernen gehören für viele Familien zum Alltag. Besonders Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte stoßen dadurch im Bildungssystem häufig auf zusätzliche Hürden: Schätzungsweise etwa jede achte Schülerin bzw. jeder achte Schüler mit Migrationsgeschichte verlässt die zehnte Klasse ohne Schulabschluss. Das sind fast doppelt so viele wie im Berliner Durchschnitt.

Der Verein MORUS 14 engagiert sich seit vielen Jahren dafür, Kindern und Jugendlichen faire Bildungschancen zu eröffnen – unabhängig von Herkunft, finanziellen Möglichkeiten oder dem Bildungsstand der Eltern. Deshalb begleitet der Verein junge Menschen nicht nur beim Lernen, sondern stärkt ihr Selbstvertrauen, unterstützt Familien und schafft echte Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben. Denn Bildung bedeutet weit mehr als gute Noten – sie eröffnet Möglichkeiten und gibt Zuversicht für die Zukunft. 

Mit seinem Projekt „Schule-fertig-los!“ unterstützt MORUS 14 gezielt Jugendliche aus Familien mit Einwanderungsgeschichte auf dem Weg zu dem Schulabschluss, der ihren Fähigkeiten und Zielen entspricht. Gleichzeitig erhalten sie Orientierung für ihre berufliche Zukunft und Unterstützung bei den ersten Schritten in Ausbildung oder Studium.

Mehr als Nachhilfe

Jeweils ein Schuljahr lang investieren die Jugendlichen freiwillig jeden Samstag mehrere Stunden ihrer Freizeit in ihre Zukunft. In kleinen Lerngruppen mit zehn bis zwölf Teilnehmenden bereiten engagierte Lehrkräfte sie systematisch auf den Berufsbildungsreifeabschluss (BBR) oder den Mittleren Schulabschluss (MSA) vor. Jeweils 90 Minuten stehen Mathematik, Deutsch und Englisch auf dem Stundenplan. 

Kurz vor den Abschlussprüfungen absolvieren die Jugendlichen zudem realitätsnahe Simulationsprüfungen, um Sicherheit zu gewinnen und Prüfungsängste abzubauen. Wer nach dem MSA den Weg Richtung Abitur einschlagen möchte, erhält auch in der Oberstufe individuelle fachliche Unterstützung und Begleitung bei der Berufsorientierung.

„Die größte Herausforderung ist meistens gar nicht fehlende Motivation – im Gegenteil, die meisten Jugendlichen wollen ihren Abschluss schaffen und ihren eigenen Weg gehen", erklärt Susanne Weiß, Geschäftsführerin des MORUS 14 e.V., im Interview mit unserer Redaktion. „Was ihnen oft fehlt, ist Orientierung. Viele kennen nur die klassischen Ausbildungsberufe und wissen gar nicht, wie viele Wege es eigentlich gibt."

Vertrauen als Schlüssel zum Lernerfolg

Was „Schule-fertig-los!“ von klassischer Nachhilfe unterscheidet, ist die enge persönliche Begleitung. Die Lehrkräfte vermitteln nicht nur Wissen, sondern sind zugleich Mentorinnen und Mentoren, Vorbilder und Vertrauenspersonen. Die Jugendlichen erleben, dass jemand an sie glaubt.

Viele Lehrkräfte haben selbst eine Migrationsgeschichte oder stammen aus dem Rollbergkiez. Sie kennen die Lebenswelt der jungen Menschen aus eigener Erfahrung und begegnen ihnen auf Augenhöhe. „Viele Jugendliche denken dann: Da sitzt jemand, der meine Lebensrealität kennt und versteht, was mich beschäftigt. Das erleichtert den Beziehungsaufbau enorm und macht unsere Lehrkräfte zu echten Vorbildern – nicht nur zu Wissensvermittlern."

Die Begleitung der Jugendlichen geht somit weit über den Unterricht hinaus. Die Lehrkräfte üben mit ihnen Bewerbungsgespräche, bereiten auf mündliche Prüfungen vor, stärken durch persönliche Gespräche das Selbstbewusstsein und helfen dabei, den passenden Bildungs- oder Berufsweg zu finden. Ergänzend sorgen Workshops und kreative Angebote dafür, dass die Jugendlichen gestärkt in ihren nächsten Lebensabschnitt starten können.

Kleine Erfolge mit großer Wirkung

„Am Anfang sind viele Jugendliche sehr unsicher", so Susanne Weiß. „Durch die regelmäßige Begleitung merken sie: Ich kann das, ich bin nicht allein. Dann entsteht eine Aufwärtsspirale: Erfolg stärkt das Selbstvertrauen und mehr Selbstvertrauen führt wiederum zu neuen Erfolgen."

Die Wirkung des Projekts zeigt sich vor allem in den persönlichen Geschichten der Jugendlichen. Eine Schülerin verbesserte sich von einem Notendurchschnitt von 3,7 in der neunten Klasse bis zu einem Abitur mit 1,7. Andere lassen sich auch nach Rückschlägen nicht entmutigen und melden sich direkt für das nächste Schuljahr an. Seit 2017 konnten so bereits 181 Jugendliche erfolgreich begleitet werden.

Für Susanne Weiß zeigt sich der langfristige Erfolg des Projekts vor allem daran, wenn ehemalige Teilnehmende später selbst Verantwortung übernehmen: „Hier entsteht etwas Nachhaltiges, das über einen einzelnen Jahrgang hinausgeht: Die jungen Menschen geben aktiv das weiter, was sie selbst einmal bei uns erfahren haben.“

„Für mich ist ,Schule-fertig-los!‘ kein Projekt – es ist ein Zuhause.“

Lesen Sie das Interview mit Susanne Weiß, Geschäftsführerin des MORUS 14 e. V. und Riad Saad, ehemaliger Teilnehmer und jetzt Lehrkraft des Programms „Schule-fertig-los!"

Gemeinsam Perspektiven schaffen

Die Stiftung Berliner Sparkasse - von Bürgerinnen und Bürgern für Berlin unterstützt das Projekt, weil Bildung einer der wichtigsten Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe ist. Ihre Förderung trägt dazu bei, dass junge Menschen unabhängig von ihrer Herkunft ihre Potenziale entfalten und ihren eigenen Weg gehen können. Susanne Weiß: „Die Stiftung Berliner Sparkasse ist für uns weit mehr als eine Förderin. Sie ist auch ein wichtiger Cheerleader, der uns vernetzt und unsere Arbeit sichtbar macht."

Projekte wie „Schule-fertig-los!" zeigen eindrucksvoll, was möglich wird, wenn junge Menschen die Unterstützung erhalten, die sie brauchen. Am Ende sind es Erfolgsgeschichten wie die von Amina, die zeigen, welche Wirkung gemeinsames Engagement entfalten kann. Denn jeder bestandene Schulabschluss ist mehr als ein Zeugnis – er ist der Beginn neuer Möglichkeiten.

www.morus14.de

Wir übernehmen Gesellschaftliches Engagement für unsere Stadt.
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