Foto: Tamara Eckhardt

Ephra gUG: Kinder für Kunst begeistern

Veröffentlicht: 13.02.2026

Seit 2012 ist Rebecca Raue an verschiedenen Orten in Berlin unterwegs, um Kinder für Kunst zu begeistern. Die Berliner Sparkasse unterstützt ihre Ephra-Initiative über die „Mehr Kultur“-Förderung. 

Sie ist selbst Künstlerin und verfolgt die Mission, möglichst viele junge Menschen an Kunst heranzuführen: Rebecca Raue hat Bildende Kunst an der Universität der Künste in Berlin studiert – Malerei bei Georg Baselitz sowie Installation und Performance bei Rebecca Horn. In Kooperation mit kulturellen Einrichtungen und anderen Institutionen sowie vielen Künstlerinnen und Künstlern organisiert sie mit ihrer Ephra-Initiative besondere Angebote, um Kinder mit Kunst zu stärken. Im Interview erklärt Rebecca Raue, welche Bedeutung die Förderung der Berliner Sparkasse für  ihre Arbeit hat.

Welche Inhalte hat eure Arbeit?

Es war schon immer ein Anliegen von mir, Menschen Kunst nahezubringen, so dass sie davon berührt werden. Kunst kann uns dazu bringen, über andere Dinge miteinander zu sprechen, die Welt anders sehen oder besser zuzuhören. Ich habe irgendwann realisiert, dass viele Menschen und gerade auch Kinder gar keinen Zugang zu zeitgenössischer Kunst haben. Das ist besonders in einer Stadt wie Berlin tragisch, denn gerade hier gibt es so viele Künstlerinnen und Künstler und Angebote, um Kunst zu erleben. 

Mit Ephra wollen wir Kinder und Kunst verbinden und miteinander ins Gespräch bringen. Wir wollen einen kindgerechten Zugang zu Kunst schaffen. Dafür haben wir ganz unterschiedliche Formate im Programm. Wir bieten Kindern die Möglichkeit, Künstlerinnen und Künstler zu interviewen und sie in ihren Ateliers zu besuchen. Außerdem gibt es Workshops, in denen Kinder verschiedene künstlerische Praktiken lernen, aber auch mit Themen wie Demokratie, Exil und Migration auf kreative Art und Weise in Berührung kommen. 

Welches Publikum sprecht ihr an?

Wir konzentrieren uns auf Kinder, die die vierte bis sechste Klasse in der Grundschule besuchen. Dabei arbeiten wir schwerpunktmäßig mit Schulen mit erhöhtem Förderbedarf zusammen. Manchmal haben wir auch Projekte, die für ältere Kinder oder Jugendliche interessant sind. Fast alle unsere Angebote sind im Schulalltag integriert und damit Teil des Unterrichts. Es gibt aber auch Projekte, die an anderen Orten stattfinden. Der Workshop „Wurzeln im Wind – Fluchtgeschichten von Menschen im Nationalsozialismus“ fand in der Stiftung Exilmuseum Berlin statt und mit „Ephra x 19 Grundrechte – 19 künstlerische Positionen“ waren wir im Forum Kunst im Deutschen Bundestag. 

Foto: Tamara Eckhardt

Foto: Tamara Eckhardt

Wie habt ihr von dem Förderformat „Mehr Kultur“ erfahren?

Wir haben uns vorher schon ein paar Mal erfolgreich bei der Berliner Sparkasse beworben für einzelne Projektförderungen. So haben wir dann auch von der „Mehr Kultur“-Förderung erfahren, über die wir seit 2024 über fünf Jahre mit 20.000 Euro pro Jahr gefördert werden. Das Tolle an dem „Mehr Kultur“-Programm ist, dass es neben der Förderung unserer Projekte für eine langfristige Stabilität sorgt.

Was hat sich durch die Förderung geändert? Welchen Projektfortschritt gibt es?

Die „Mehr Kultur“-Förderung hilft uns sehr dabei, die laufenden Kosten für unser Ephra Haus in Kreuzberg zu stemmen und außerdem haben wir feste Mitarbeiterinnen. Über die Förderung haben wir auf jeden Fall deutlich mehr Stabilität für unsere Arbeit insgesamt gewonnen. Außerdem konnten wir Projekte realisieren wie unseren Workshop zur Erinnerungskultur für Kinder aus sechs Berliner Grundschulen: Mit „Erinnerungsspuren folgen“ haben wir eine altersgerechte Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und heutigen Formen von Antisemitismus und Diskriminierung ermöglicht.

hinaus haben wir 2025 die digitale Lernplattform ephra.art gestartet. Die Website dokumentiert, archiviert und teilt Wissen aus Ephra-Projekten und richtet sich insbesondere an Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher und andere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die Kindern Begegnungen mit zeitgenössischer Kunst ermöglichen. Die Plattform versammelt künstlerische Positionen, Vermittlungsmaterialien, Fragen von Kindern und Bildmaterial. Die Plattform stärkt Bildungsgerechtigkeit, da sie als frei zugängliches Archiv fungiert und Materialien für Schulen und Familien bereitstellt. 

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?

Wir wollen auf jeden Fall mehr Projekte mit unseren Partnerinstitutionen realisieren und noch mehr in die Bereiche Erinnerungskultur, Demokratiebildung und interkulturelle Bildung gehen. Wir haben uns als Plattform für demokratische Kunstvermittlung etabliert und wollen diese Position weiter ausbauen. In jedem Fall finde ich es immer wieder faszinierend zu sehen, dass Kinder einfach für Kunst gemacht sind und so viel kreatives Potenzial in sich tragen.

Mehr Kultur für Berlin

Mit dem Förderformat „Mehr Kultur“ unterstützt die Berliner Sparkasse innovative und kreative Kulturprojekte, die das kulturelle Leben in Berlin bereichern und den Zugang zur Kultur für breite Bevölkerungsgruppen erleichtern. 20 Berliner Kulturinitiativen erhalten dabei 100.000 Euro über fünf Jahre (20.000 Euro pro Jahr). Die Planungssicherheit soll dabei helfen, neue Ideen zu verwirklichen und umzusetzen. Ziel ist es auch, insbesondere Menschen zu erreichen, die bisher wenig Zugang zu kulturellen Angeboten haben und ihnen die Teilhabe an Berlins bunter Kulturszene zu ermöglichen. 

Berliner Vielfalt Kultur: Berlin ist auch Kulturhauptstadt

Etwa 20.000 professionelle Künstlerinnen und Künstler leben in der Hauptstadt. Hinzu kommen nochmal 160.000 Beschäftigte in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Das kulturelle Angebot insgesamt ist sehr groß und auch die internationale Vielfalt dürfte einmalig in Deutschland sein. Was tut Berlin, um diese Vielfalt zu erhalten?

Für kulturelle Vielfalt und Schwellenabbau

Die Berliner Sparkasse engagiert sich für die kulturelle Vielfalt in der Stadt, schafft kreative Freiräume und ermöglicht Kulturgenuss für alle Bevölkerungsschichten. 

Wir übernehmen Gesellschaftliches Engagement für unsere Stadt.
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