Foto: Chorverband Berlin

Chorverband Berlin: „Die Kinder fühlen sich wie bei der Oscar-Verleihung“

Für ihren jährlich verliehenen Schulchorpreis bekommt der Chorverband Berlin die „Mehr Kultur“-Förderung der Berliner Sparkasse. 

Mitten in Neukölln hat der Chorverband Berlin seine Geschäftsstelle. Von hier aus betreut der Verein 340 Chöre mit über 12.000 Mitgliedern. Seit 2023 lobt der Chorverband den Berliner Schulchorpreis aus. Die Berliner Sparkasse fördert das Projekt seit 2024 mit jeweils 20.000 Euro pro Jahr für einen Zeitraum von fünf Jahren. Gerhard Schwab, Geschäftsführer beim Chorverband Berlin e.V., erklärt im Interview, welche Bedeutung der Preis hat und wie die „Mehr Kultur“-Förderung dabei hilft.

Welche Inhalte hat eure Arbeit?

Wir unterstützen das Berliner Chorwesen, das heißt, wir unterstützen Amateurchöre logistisch, bei der Suche nach neuen Mitgliedern und durch eine Konzertförderung bei der Durchführung von Veranstaltungen. Außerdem fördern wir Chorreisen und Chorfreizeiten von Kinder- und Jugendchören. Wir veranstalten selbst Gemeinschaftskonzerte mit unseren Mitgliedschören. Mitgliedschöre im Verband sind außerdem über uns versichert. Mit unserem Schulchorpreis haben wir zudem ein Leuchtturmprojekt für die kulturelle Bildung in Berlin geschaffen. 

Welches Publikum sprecht ihr an?

Grundsätzlich richtet sich unser Verband an alle Amateurchöre in Berlin, die sich über uns mit der Chorszene vernetzen wollen. Wir sind der einzige Verband bundesweit, der steigende Mitgliederzahlen aufweist, weil immer mehr Berlinerinnen und Berliner offenbar das Singen für sich entdecken. Das ist nicht nur gesund, sondern stärkt auch die Gemeinschaft, denn bei einem Chor ist es völlig unerheblich, ob jemand ein großes oder kleines Einkommen hat, ob es sich um eine Professorin oder einen Handwerker handelt – es kommt nur darauf an, gemeinsam zu singen. Es gibt auch Formate, wo Leute einfach so mitsingen können, ohne sich an einen Chor zu binden.

Unser Schulchorpreis richtet sich an alle allgemeinbildenden Schulen mit einem eigenen Chor. Das ist etwa bei 50 Prozent aller Berliner Schulen der Fall. Wir geben den Schulchören mit unserem Preis für einen Tag eine große Bühne. Das Ganze hat aber weniger Wettbewerbscharakter in dem Sinne, dass die Chöre gegeneinander antreten würden. Sie haben vielmehr die Möglichkeit, sich zu präsentieren, einander kennenzulernen und bekommen darüber hinaus von einer professionellen Jury wohlwollendes Feedback. Das ist auch eine wichtige Bestätigung für die Lehrkräfte, denn so wird ihre Chorarbeit gewürdigt. 

Foto: Chorverband Berlin

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Wie habt ihr von dem Förderformat „Mehr Kultur“ erfahren?

Wir verfolgen aufmerksam Ausschreibungen für Förderungen und haben auf diesem Wege über „Mehr Kultur“ von der Berliner Sparkasse erfahren und haben uns dann gleich beworben. Es ist eine unkomplizierte Förderung ohne viel Bürokratie, das ist sehr angenehm. Was wir großartig finden, sind auch die Treffen der durch „Mehr Kultur“ geförderten Institutionen. Dabei haben wir viele neue Menschen aus der Berliner Kulturszene kennengelernt. 

Was hat sich durch die Förderung geändert? Welchen Projektfortschritt gibt es?

Dank der „Mehr Kultur“-Förderung können wir unseren Schulchorpreis auf ein solides Fundament stellen. In unserem Jubiläumsjahr 2026 wollen wir den Preis nochmal größer aufziehen. Waren es im Jahr 2025 noch 19 Schulchöre, die teilgenommen haben, wollen wir 2026 doppelt so vielen Chören die Chance geben. Die Veranstaltung wird dann statt wie bisher an einem Tag an zwei Tagen stattfinden, so dass wir 20 Chöre aus Grundschulen und 20 aus weiterführenden Schulen berücksichtigen können. Als Kooperationspartner konnten wir auch die Landesmusikakademie Berlin im FEZ-Berlin gewinnen, wo das Event am 16. und 17. Juni 2026 stattfinden wird. Neben den Chorkonzerten gibt es auch Workshopangebote. Die Preise selbst sind sehr vielfältig. Die Kategorien umfassen Aspekte wie „Chorklang“, „Programmauswahl“ oder „emotionalster Wettbewerbsmoment“. 

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?

2026 feiern wir unser 125-jähriges Jubiläum. Dann wollen wir einen Weltrekord aufstellen und 125 Stunden am Stück singen mit mindestens 250 Chören. Darüber hinaus hoffen wir natürlich, wir können den Schulchorwettbewerb auch nach Ablauf der „Mehr Kultur“-Förderung verstetigen, denn das Event hat jetzt so eine Qualität bekommen und eine große Bedeutung für die Schulen. Wir regen etwas an mit dem Schulchorpreis. Es ist immer wieder schön zu erleben, wenn sich Kinder und Jugendliche wohlwollend gegenseitig zuhören. So entsteht ein unwahrscheinlich schönes Miteinander: kein Konkurrenzdenken, sondern wechselseitige Motivation. Am Ende sind dann aber doch alle sehr aufgeregt. Ein Lehrer sagte uns, die Kinder würden sich fühlen wie bei der Oscar-Verleihung.

Mehr Kultur für Berlin

Mit dem Förderformat „Mehr Kultur“ unterstützt die Berliner Sparkasse innovative und kreative Kulturprojekte, die das kulturelle Leben in Berlin bereichern und den Zugang zur Kultur für breite Bevölkerungsgruppen erleichtern. 20 Berliner Kulturinitiativen erhalten dabei 100.000 Euro über fünf Jahre (20.000 Euro pro Jahr). Die Planungssicherheit soll dabei helfen, neue Ideen zu verwirklichen und umzusetzen. Ziel ist es auch, insbesondere Menschen zu erreichen, die bisher wenig Zugang zu kulturellen Angeboten haben und ihnen die Teilhabe an Berlins bunter Kulturszene zu ermöglichen. 

Berliner Vielfalt Kultur: Berlin ist auch Kulturhauptstadt

Etwa 20.000 professionelle Künstlerinnen und Künstler leben in der Hauptstadt. Hinzu kommen nochmal 160.000 Beschäftigte in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Das kulturelle Angebot insgesamt ist sehr groß und auch die internationale Vielfalt dürfte einmalig in Deutschland sein. Was tut Berlin, um diese Vielfalt zu erhalten?

Für kulturelle Vielfalt und Schwellenabbau

Die Berliner Sparkasse engagiert sich für die kulturelle Vielfalt in der Stadt, schafft kreative Freiräume und ermöglicht Kulturgenuss für alle Bevölkerungsschichten. 

Wir übernehmen Gesellschaftliches Engagement für unsere Stadt.
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