Berlin, Stadt der Vielfalt

Berlin steht wie kaum eine andere Stadt für Vielfalt. Fast jede zweite Biografie erzählt von internationalen Wurzeln, vom Aufbrechen und Ankommen. In unserer neuen Serie sprechen wir mit Menschen verschiedenster Herkunft. Auch wenn sich ihre Geschichten, Traditionen und Perspektiven unterscheiden, eint sie eins: Sie nennen Berlin ihr Zuhause.

Vielfalt in Berlin: Das Wichtigste in Kürze

  • In Berlin leben rund 3,9 Millionen Menschen. Mehr als 40 Prozent der Berliner Bevölkerung haben internationale Wurzeln.
  • Menschen aus fast 200 Nationen machen Berlin zu einer der vielfältigsten Metropolen Europas.
  • Vielfalt zeigt sich im Alltag: in Sprachen, Begegnungen und den Geschichten der Menschen, die Berlin jeden Tag neu entstehen lassen.

Wie Vielfalt den Alltag prägt

Wer durch Berlin geht, hört die Vielfalt der Stadt sofort. Sprachen überlagern sich, Türen stehen offen, und aus den Eingängen zieht der Duft von Kaffee, Kardamom und frischem Brot auf die Straße. Man hört ein „Morgen“ genauso wie ein „Sabah el kheir“, „Buongiorno“ oder „Chào buổi sáng“.

Etwa 3,9 Millionen Menschen leben heute in Berlin, und mehr als 40 Prozent von ihnen haben eine internationale Geschichte. Manche sind hier geboren, andere vor Jahren angekommen, wieder andere erst vor Kurzem. Sie alle bringen etwas mit: Erinnerungen, Gewohnheiten, Sprachen, Rezepte, Lieder.

Daraus entstehen neue Lieblingsorte, neue Routinen und neue Formen von Zuhause: der Sonntagmorgen am Kollwitzplatz, die Verbundenheit mit Neukölln, Spaziergänge über das Tempelhofer Feld oder Rituale, die auch fern der alten Heimat geblieben sind. Und sie alle machen Berlin zu dem, was es ist.

Die Vielfalt lässt sich nicht nur im Berliner Alltag hören und sehen. Sie zeigt sich auch in Zahlen: Menschen aus etwa 200 Nationen leben in der Hauptstadt – die größten Gruppen kommen unter anderem aus der Türkei, der Ukraine und Polen.

Wo die Vielfalt ihren Anfang nahm

Berlin war schon immer eine Stadt der Ankommenden. Doch die Vielfalt, die heute so selbstverständlich wirkt, ist über viele Jahrzehnte gewachsen.

Vor rund 200 Jahren war Berlin noch vergleichsweise klein: Weniger als 200.000 Menschen lebten hier. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert änderte sich das rasant. Fabriken entstanden, Arbeitsplätze zogen Menschen aus den ländlichen Regionen Preußens, aus Polen und aus anderen Teilen Europas in die Stadt. Berlin wuchs schnell und damit die Vielfalt.

Foto links: Historische Darstellung der ersten Filiale der Berliner Sparkasse im Alten Berliner Rathaus

Eine neue Phase begann in den 1960er- und 1970er-Jahren. Viele Menschen kamen als sogenannte Gastarbeiter nach Berlin, um hier zu arbeiten und sich ein neues Leben aufzubauen. Vor allem Familien aus der Türkei, aus Italien oder Griechenland prägten die Stadt in dieser Zeit. Aus einem geplanten Aufenthalt wurden für viele dauerhafte Lebenswege: Familien wurden nachgeholt, Geschäfte eröffnet, Nachbarschaften entstanden.

Auch in Ost-Berlin lebten Menschen aus anderen Teilen der Welt. Vertragsarbeiterinnen und -arbeiter aus Vietnam, Mosambik oder Angola kamen in die DDR und sind bis heute Teil der Stadt.

Nach dem Fall der Berliner Mauer öffnete sich Berlin erneut stärker. Menschen aus Osteuropa, später auch aus Ländern wie Syrien, kamen hinzu. Gleichzeitig wurde die Stadt für Studierende, Kreative und Fachkräfte aus aller Welt immer attraktiver.

Heute zeigt sich diese Entwicklung überall: in den Kiezen, in den Familiengeschichten und im Alltag. Die Vielfalt Berlins ist nicht plötzlich entstanden – sie ist Schritt für Schritt gewachsen. 
 

Eine Stadt, viele Geschichten

Wer durch Berlin läuft, merkt schnell: Jede Straße, jeder Bezirk fühlt sich anders an. In Neukölln wird abends auf Türkisch und Arabisch diskutiert, in Charlottenburg auf Italienisch gelacht und in Mitte auf Englisch verhandelt. In Lichtenberg gehören vietnamesische Einflüsse heute genauso zum Alltag wie das Berlinerisch an der Bäckertheke.

Hinter der Vielfalt an Sprachen stehen keine abstrakten „Communities“, sondern Menschen. Die Studentin, die am Sonntagmorgen über den Kollwitzplatz läuft. Der Italiener, der bis heute Pizza für Freunde backen soll. Die Ur-Berlinerin, die Neukölln seit Jahrzehnten begleitet. Oder die Frau, die auf dem Tempelhofer Feld genau die Offenheit findet, die sie mit Berlin verbindet.

Wie unterschiedlich diese Perspektiven sein können, zeigen die Geschichten von Menschen, die in Berlin leben.
 

So klingt Berlin

„Ich habe gelernt, dass ich meine eigenen Gewohnheiten und Werte nicht aufgeben muss, um dazuzugehören. Berlin lässt dir Raum, du selbst zu sein.“ 

Koushika lebt seit zwei Jahren in Berlin. Die aus Indien stammende Studentin erlebt die Vielfalt der Stadt vor allem im Alltag – auf dem Kollwitzplatz, bei Begegnungen im Kiez und in Momenten, in denen Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen selbstverständlich nebeneinander leben.

„Jeder macht, was er will, und ist, wer er sein möchte – das ist Berlin“, erzählt Roberto, der in Genua geboren wurde und seit den 1980er-Jahren in Berlin zu Hause ist.

Sein Alltag ist geprägt von Erinnerungen, kleinen Routinen und seiner positiven Lebenseinstellung. Und auch die Erwartungen seiner Freunde gehören dazu, die bis heute hoffen, dass er irgendwann doch noch die perfekte Pizza backt. Für ihn ist Berlin vor allem eines: ein Ort der Freiheit, an dem unterschiedliche Lebenswege ganz selbstverständlich zusammenkommen.

In Neukölln hat Melanie fast ihr ganzes Leben verbracht. Ihre Familie lebt seit mehreren Generationen in Berlin. „Wir brauchen unseren Bezirk eigentlich gar nicht verlassen – hier gibt es alles. Unterschiedliche Kulturen, Menschen, Orte. Das macht Neukölln und ganz Berlin so besonders.“

Die Veränderungen der Stadt kennt sie aus eigener Erfahrung. Vielfalt zeigt sich für sie nicht nur in Herkunft, sondern auch in südindischen Restaurants, traditionellen Handwerksbetrieben oder den vielen Menschen, die Neukölln mit ihren eigenen Ideen prägen. „Berlin war schon immer vielfältig – und genau das macht die Stadt aus.“

Berlin sei für sie „nicht nur ein Wohnort, sondern ein wichtiger Teil“ ihrer Entwicklung, sagt Seher, deren Familie aus der Türkei stammt und die seit ihrer frühen Kindheit in der Stadt lebt.

Besonders im Alltag erlebt sie die Offenheit Berlins: in den Kiezen, in Parks oder auf dem Tempelhofer Feld, wo ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen. „Oft wirkt Berlin zunächst rau, aber wenn man Hilfe braucht, ist sie da. Dieses Ehrliche und Unkomplizierte gehört für mich dazu.“

Vielleicht ist genau das das Besondere an Berlin: Nicht, dass hier viele Kulturen nebeneinander existieren, sondern dass sie sich im Alltag begegnen – beim Einkaufen, im Treppenhaus, auf dem Spielplatz oder beim Fußball im Park.

Was daraus entsteht, ist ein gemeinsames, für Berlin typisches Gefühl: dazuzugehören.
 

Warum wir Geschichten aus Berlin erzählen

Seit über 200 Jahren ist die Berliner Sparkasse Teil von Berlin. Sie hat die Stadt wachsen und sich verändern sehen und sie ist selbst Teil dieses Wandels.

Heute arbeiten bei der Berliner Sparkasse Menschen aus 38 Nationen. Sie sprechen unterschiedliche Sprachen, bringen verschiedene Perspektiven mit und begegnen Tag für Tag anderen Menschen, deren Lebensrealitäten so vielfältig sind wie Berlin selbst.

Unsere Serie entsteht aus genau dieser Nähe. Denn Vielfalt prägt Berlin als offene Stadt. Sie steht für Austausch, neue Perspektiven und die Möglichkeit, voneinander zu lernen. Für viele Menschen gehört diese Offenheit ganz selbstverständlich zum Alltag. Unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen bereichern das Zusammenleben und machen sichtbar, welche Chancen in dieser Vielfalt stecken.
 

Ein Blick voraus: Die Menschen, die wir treffen werden

In den kommenden Wochen und Monaten werden wir Menschen treffen, die Berlin auf ihre ganz eigene Weise prägen – Ur-Berliner ebenso wie Menschen mit italienischen, vietnamesischen, indischen oder türkischen Wurzeln. Menschen, die die Stadt seit Generationen kennen oder sie neu für sich entdeckt haben und jeden Tag ein Stück mitgestalten.

Den Anfang machen Stimmen wie die von Koushika, Roberto, Seher und Melanie, die wir bereits kennengelernt haben und deren Perspektiven wir in den nächsten Beiträgen weiter vertiefen werden.

Wir werden mit ihnen sprechen. Wir werden Orte besuchen, die ihnen wichtig sind, und entdecken, was Heimat bedeutet, wenn man mehr als eine hat.

FAQ

FAQ zu Vielfalt in Berlin

Was macht die Vielfalt in Berlin aus?

Die Vielfalt in Berlin zeigt sich vor allem im Alltag.

Sie macht sich bemerkbar in den Sprachen auf der Straße, in den unterschiedlichen Lebensweisen und in den kleinen Momenten: wenn im Treppenhaus mehrere Sprachen anklingen, wenn Nachbarn Rezepte austauschen oder wenn Kinder ganz selbstverständlich mehrsprachig aufwachsen.

Wie viele Nationalitäten leben in Berlin?

In Berlin leben Menschen aus fast 200 Nationen.

Zu den größten Gruppen gehören Menschen mit türkischer, ukrainischer oder polnischer Staatsangehörigkeit. Sichtbar wird das nicht nur in Zahlen, sondern in Kiezen, Geschäften und Orten, die das Bild der Stadt prägen.

Wie prägt Migration das Leben in Berlin?

Migration prägt das Leben in Berlin bis heute ganz entscheidend.

Viele Menschen sind für die Arbeit, das Studium oder einen Neuanfang gekommen und haben sich in der Stadt etwas aufgebaut: Läden, Unternehmen, Netzwerke, Freundschaften. Das alles gehört ganz selbstverständlich zu Berlin.

Wo zeigt sich Vielfalt im Berliner Alltag besonders?

Vielfalt zeigt sich im Berliner Alltag eigentlich überall.

Sie zeigt sich beim Einkaufen im Supermarkt, in der Schule oder bei der Arbeit. Sie zeigt sich auch auf Wochenmärkten, in Cafés oder bei Festen, wo unterschiedliche Traditionen ganz selbstverständlich nebeneinander und miteinander feiern.

Warum ist Vielfalt wichtig für Berlin?

Vielfalt ist wichtig für Berlin, weil sie die Stadt lebendig und offen macht.

Unterschiedliche Perspektiven bringen neue Ideen und oft auch ganz praktische Lösungen mit sich.

Die Berliner Sparkasse steht für Chancengerechtigkeit in der Gesellschaft.

Diversity in der Berliner Sparkasse

Ob unsere Mitarbeitenden-Netzwerke S Queer und Väter.in.Motion oder unsere Kooperationen mit Institutionen, wie dem Regenbogenfamilienzentrum – wir stehen für Chancengerechtigkeit in der Gesellschaft.

Die Berliner Sparkasse setzt sich direkt im Kiez ein.

Gemeinsam für Berlin

Das gesellschaftliche Engagement der Berliner Sparkasse ist so vielfältig wie die Stadt selbst: Mit einer Fördersumme von 4,5 Millionen Euro unterstützen wir jährlich über 600 kleine und große Projekte.

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