Veröffentlicht: 11.05.2026
Das jährliche Bildungsprojekt „Mathe im Advent“ begeistert inzwischen mehr als 160.000 Schülerinnen und Schüler im deutschsprachigen Raum. Dabei helfen Wichtel, die lebensnahen „Mathe-Missionen“ zu erleben. Die Berliner Sparkasse unterstützt das Projekt.
Wir kennen es alle von „Wer wird Millionär“: In der Quizsendung, moderiert von Günther Jauch, gibt es bei jeder Frage vier Antwortmöglichkeiten als Multiple-Choice. Mit etwas Geschick lassen sich schon ein bis zwei Antworten im Ausschlussverfahren aussortieren. So funktioniert auch der mathematische Adventskalender, der ursprünglich im Wissenschaftsjahr Mathematik 2008 von der Deutschen Mathematiker-Vereinigung entwickelt wurde: Das Online-Bildungsprojekt „Mathe im Advent“ enthält Matheaufgaben, die spannend und unterhaltsam gestaltet sind und realistische mathematische Anwendungen aus dem Alltag beinhalten. Erzählt werden sie von Wichteln, die beispielsweise eine Energiekonferenz erleben. Die Matheaufgaben bewegen sich dann rund um Wind- und Solarenergie. So wird Mathe auf das echte Leben übertragen und damit greifbar gemacht.
Vom 1. bis 24. Dezember können sich Schülerinnen und Schüler oder am besten ganze Schulklassen beteiligen und – wie in einem normalen Adventskalender – jeden Tag ein virtuelles Türchen öffnen und eine neue Mathegeschichte lesen, in der am Ende eine Frage zu beantworten ist. Wer am besten abschneidet, hat die Chance, einen Preis zu gewinnen und zur großen Abschlussgala nach Berlin eingeladen zu werden.
Stephanie Schiemann und Robert Wöstenfeld leiten das Projekt „Mathe im Advent“. Foto: Kay Herschelmann
Das Ziel liegt darin, jungen Menschen die Angst vor Mathe als Schulfach zu nehmen und sie für den MINT-Bereich zu motivieren: „Wir arbeiten mit humorvollen Geschichten und Bildern, die einen Bezug zur Wirklichkeit herstellen“, erklärt Stephanie Schiemann, die das Projekt zusammen mit Robert Wöstenfeld leitet. Für die Ausrichtung haben die beiden 2016 die Mathe im Leben gemeinnützige GmbH gegründet. „Das macht den Kindern und Jugendlichen Spaß und animiert sie, die mathematischen Rätsel zu lösen. Im normalen Schulunterricht springt ihnen nicht gleich der Sinn ins Auge, wozu Mathematik gut sein soll – und das dämpft die Motivation. Außerdem wechselt jeden Tag das Thema. So wird es nicht langweilig. Bei uns lernen sie Mathe sozusagen nebenbei über unterhaltsame Geschichten.“
Das ist auch für die Berliner Sparkasse ein wichtiges Anliegen, die das Projekt seit 2023 fördert. Während die Teilnahme an „Mathe im Advent“ für einzelne Interessierte kostenlos ist, zahlen Klassenverbände oder Schulen, die mit allen Matheklassen mitmachen wollen, eine Gebühr. Diese Kosten hat die Berliner Sparkasse für Schulen in mehreren Berliner Bezirken übernommen, erst in Marzahn-Hellersdorf, dann 2024 in Gesundbrunnen, Hansaviertel, Moabit, Wedding und 2025 auch noch in Spandau, um allen Schulklassen die kostenlose Teilnahme zu ermöglichen. Neben der Berliner Sparkasse engagiert sich in Berlin-Neukölln auch der Verein „Berliner helfen e.V.“ für das Projekt.
„Wir haben zwei verschiedene Kalendervarianten“, verdeutlicht Stephanie Schiemann, die selbst als Mathelehrerin gearbeitet hat“, einen für die Klassenstufen 4–6 und einen weiteren für die Klassenstufen 7–9. Es ist möglich, einzeln mitzumachen, aber wir halten das Klassenspiel nochmal für sinnvoller, um auch Kinder abzuholen, die sich niemals freiwillig mit Mathe beschäftigen würden. Die werden dann gewissermaßen von den anderen mitgenommen.“
3. Klassen, die Lust auf mehr Mathe haben, dürfen als „Frühstarterklassen“ auch schon mitmachen und die Zehntklässler können von den Lehrkräften als Spätstarterklasse angemeldet werden. Das Feedback ist seit Jahren äußerst positiv. Matheaufgaben zu lösen, die in Wichtelgeschichten eingebettet sind, wecken offenbar die Rätsellust bei Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus sind auch die Eltern angetan: „Dieser Mathe-Adventskalender ist eine ganz tolle Idee und didaktisch hervorragend umgesetzt“, gibt der Vater einer achtjährigen Tochter als Rückmeldung. „Ich hätte nicht gedacht, dass Mathe noch zu solch einem Bindeglied zwischen mir und meiner Tochter wird, die seit dem 1. Dezember richtig Spaß an Mathe entwickelt hat.“
Die Klasse 8c vom Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasium in Berlin-Spandau hat bei „Mathe im Advent 2025“ von allen Berliner Klassen der Stufen 7–9 als Beste abgeschnitten. Foto: Peter Himsel
Der Erfolg kann sich sehen lassen. Beim Online-Adventskalender 2025 haben sich 164.000 Schülerinnen und Schüler aus dem deutschsprachigen Raum registriert, die Hälfte davon sind Mädchen. Hinzu kommen 10.000 Lehrkräfte und nochmal 10.000 „Spaßspieler“, also einfach Mathe-Interessierte außerhalb des Schulbetriebs. Die Gymnasien bilden mit mehr als 60 Prozent den Schwerpunkt, aber das Mathe-Bildungsprojekt erreicht auch Gesamt-, Haupt- und Realschulen sowie Grund- und sogar Förderschulen.
„Im Projektzeitraum haben die Kinder jeweils den ganzen Tag Zeit für die Aufgaben“, sagt Stephanie Schiemann. „Morgens um 6 Uhr lassen sich die virtuellen Türchen öffnen und bis um 23 Uhr muss die Lösung abgegeben werden – und manche Kinder gehen einfach nicht schlafen, bevor sie die Matherätsel aus unserem Adventskalender gelöst haben.“ Dabei weist die erfahrene Pädagogin noch auf ein potenzielles Missverständnis hin: „Mathe ist so viel mehr als nur Rechnen. In unserem Adventskalender geht es auch viel um Logik, Geometrie und räumliches Vorstellungsvermögen. Wir behandeln in unseren Aufgaben viele Gebiete, die auf dem Mathelehrplan in den Schulen gar nicht vorkommen wie etwa Graphentheorie.“
Noch bis zum Sommer stehen die Aufgaben und Lösungen aus dem letzten Advent online. Darüber lassen sich einige Beispielaufgaben im Archiv von „Mathe im Advent“ nachlesen, außerdem gibt es zwei Wichtel-Mathebücher, die das ganze Jahr über als Anregung dienen können. Ein mathematisches Grundverständnis sei jedenfalls für alle Menschen wichtig, findet Stephanie Schiemann. Das gelte nicht nur für diejenigen, die Natur- und Ingenieurwissenschaften studieren wollen, sondern auch in vielen Ausbildungsberufen spielt Mathe eine Rolle. „Aber auch fürs tägliche Leben ist Mathe wichtig, damit man nicht übers Ohr gehauen werden kann bei Finanzierungen oder Handyverträgen.“
Übrigens ist es möglich, Ideen für neue Wichtelgeschichten mit Matheaufgaben einzureichen. Bis zum 31. Juli 2026 läuft der aktuelle „Mathe im Advent“-Aufgabenwettbewerb. Das Motto lautet diesmal: „Mathe-Detektive auf Spurensuche – Die Wichtel lösen jeden Fall!“ Die Aufgaben sollen wichtige Kompetenzen wie logisches Schlussfolgern, strategisches Denken sowie kreatives Problemlösen trainieren. Das klingt jedenfalls nicht nach langweiligem Mathe-Unterricht, sondern nach viel Abenteuer mit wichtigen Zukunftskompetenzen.
Die Berliner Sparkasse engagiert sich in verschiedenen Bildungsbereichen. Sie unterstützt lebendiges und erlebnisorientiertes Lernen im Alltag und sorgt für finanzielle Allgemeinbildung.
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