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Höherer Orientierungswert: Der Preis, den die Kassen pro Leistung zahlen, steigt im kommenden Jahr um rund 1,5 Prozent.

Neuer Orientierungswert: Arzthonorare steigen 2020 um 565 Millionen Euro

Ende August 2019 haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband ihre Honorarverhandlungen für 2020 abgeschlossen. Dabei vereinbarten beide Parteien eine moderate Preissteigerung für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen, auf deren Basis die Arzthonorare 2020 um etwa 565 Millionen Euro steigen. Die Ergebnisse der jährlichen Verhandlungen zwischen Kassen und Medizinern bilden eine wichtige Honorargrundlage für die bundesweit etwa 170.000 niedergelassenen Kassenärzte. Wie die Ergebnisse der diesjährigen Verhandlungsrunde konkret aussehen und warum verschiedene Ärzteverbände die Beschlüsse kritisieren, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Orientierungswert 2020 steigt um 1,52 Prozent

Ab dem kommenden Jahr steigt der sogenannte Orientierungswert, über welchen die Preise für alle vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen berechnet werden, von 10,8226 Cent auf 10,9871 Cent an. Dies entspricht einer Punktwerterhöhung von 1,52 Prozent. Durch die Anhebung wächst das Arzthonorar um rund 565 Millionen Euro, die für die Versorgung der gesetzlich Versicherten bereitgestellt werden. Allein im vergangenen Jahr überwiesen die Kassen rund 39 Milliarden Euro Honorarzahlungen an die niedergelassenen Ärzte. Bereits in einer ersten Verhandlungsrunde Mitte August hatten KBV und GKV-Spitzenverband die regionalen Veränderungsraten der Morbidität und Demografie beschlossen.

Wichtig: Die regionalen Veränderungsraten der Morbidität und Demografie bilden neben dem Orientierungswert die Grundlage für die im Herbst anstehenden Verhandlungen zwischen den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen und den regionalen Krankenkassen. Diese Verhandlungen haben einen direkten Einfluss auf die Höhe des Arzthonorars, denn hier wird festgelegt, wie viel Geld die gesetzlichen Kassen 2020 für die ambulante Versorgung der Patienten in der jeweiligen Region zur Verfügung stellen.

Finanzielle Förderung von Videosprechstunden

Neben der Anhebung des Orientierungswertes 2020 haben GKV-Spitzenverband und KBV zudem eine finanzielle Förderung von Videosprechstunden vereinbart. Demnach zahlen die Kassen für die Durchführung von Videosprechstunden ab dem 1. Oktober 2019 je Arzt eine Anschubfinanzierung von bis zu 500 Euro pro Quartal. Die Fördermöglichkeit ist dabei zunächst für den Zeitraum der kommenden zwei Jahre vorgesehen.

Höheres Arzthonorar durch mehr extrabudgetäre Vergütungen

Positiv auf Ihr Arzthonorar als niedergelassener Mediziner kann sich auch die extrabudgetäre Vergütung ärztlicher Beurteilungs- und Beratungsleistungen im Bereich der Humangenetik auswirken, die bislang im Bereich der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung angesiedelt gewesen ist. Diese Regelung ist zunächst auf drei Jahre festgeschrieben. Ebenso verlängerten die Verhandlungspartner die bereits bestehende extrabudgetäre Vergütung von Leistungen der Tumorgenetik um weitere drei Jahre.

Hintergrund: Das Arzthonorar, welches Sie für die Behandlung von gesetzlich Versicherten erhalten, setzt sich aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) und der extrabudgetären Gesamtvergütung (EGV) zusammen. Während die notwendigen ambulanten medizinischen Verhandlungen in der budgetierten MGV vergütet werden, erfolgen extrabudgetäre Vergütungen in der Regel für neue und besonders förderungswürdige ärztliche Leistungen.

Ihr Vorteil: Die extrabudgetären Leistungen unterliegen keiner Budgetierung und Mengensteuerung und werden mit festen Preisen vergütet. Zu den Leistungen zählen unter anderem ambulante Operationen, Impfungen, Gesundheits- und Früherkennungsuntersuchungen, die Mutterschaftsvorsorge oder Leistungen der Strahlentherapie.

Arzthonorare in Berlin – 2020 droht eine Nullrunde

In welchem Bereich sich die Arzthonorare in der Hauptstadt konkret einpendeln werden, ist vor den anstehenden Verhandlungen auf regionaler Ebene zwar noch offen. Die bislang auf Bundesebene verhandelten und beschlossenen Werte verheißen für hier niedergelassene Ärzte allerdings nichts Gutes. So stehen dem um 1,52 Prozent steigenden Orientierungswert fast genauso stark sinkende Demografie- und Morbiditätsraten (-0,91 Prozent bzw. -0,47 Prozent) gegenüber. Schlimmstenfalls droht Ihnen als Arzt 2020 mit Blick auf die Entwicklung Ihrer Vergütung eine Nullrunde. Spürbare Honorarsteigerungen erreichen Sie im kommenden Jahr demnach nur mit extrabudgetären Leistungen, für die feste Preise unter Berücksichtigung des gestiegenen Orientierungswertes gezahlt werden.

Ärzteverbände äußern Kritik an aktuellen Honorarregelungen

Kritik an den Ergebnissen der bundesweiten Honorarverhandlungen kommt von verschiedenen Ärzteverbänden und kassenärztlichen Vereinigungen. So merkt zum Beispiel die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz an, dass das zusätzliche Plus aus dem höheren Orientierungswert 2020 durch die steigenden Praxiskosten und den fehlenden Inflationsausgleich sofort wieder „aufgefressen“ werde. Ähnlich äußerte sich der NAV-Virchow-Bund und rechnete vor, dass das Verhandlungsergebnis von zusätzlichen 466 Euro pro Praxis und Monat angesichts der allgemeinen Entwicklung von Preisen und Personalkosten viel zu wenig sei.

Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte übte scharfe Kritik an den vorgelegten Ergebnissen und verwies darauf, dass vor allem die Gehälter der Praxismitarbeiterinnen und -mitarbeiter in den letzten Jahren erheblich gestiegen seien. Wie der Verband zudem erklärte, ließen sich die Praxen mit den gegenwärtigen Arzthonoraren nicht mehr wirtschaftlich führen. Für den GKV-Spitzenverband führt die Anpassung der Honorare hingegen zu einer Stärkung der ambulanten Versorgung, während man mit der Anschubförderung für Videosprechstunden zusätzliche Anreize geschaffen habe, um das Versorgungsangebot für die Versicherten weiter zu erhöhen und zu flexibilisieren.

Fazit: Arzthonorare steigen 2020 nur moderat

Mit der Erhöhung des Orientierungswertes um 1,52 Prozent wächst die Gesamtvergütung für vertragsärztliche und vertragspsychotherapeutische Leistungen im kommenden Jahr um rund 565 Millionen Euro. Die Punktwerterhöhung gilt bei der konkreten Ausgestaltung der zukünftigen Arzthonorare aber nur als eine von mehreren Stellschrauben. Gerade in der Hauptstadt droht den niedergelassenen Medizinern aufgrund der stark sinkenden Demografie- und Morbiditätsraten ein wesentlich geringerer Vergütungszuwachs und schlimmstenfalls eine Nullrunde. Konkrete Ergebnisse bringen allerdings erst die kommenden Verhandlungen der regionalen Gesamtvertragspartner.

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