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Wissenswertes über den Deutschen Aktienindex

Dachs? Nein, DAX!: Wissenswertes über den Deutschen Aktienindex

Immer, wenn es um die deutsche Börse geht, wird er genannt, der „Deutsche Aktienindex“ oder auch DAX. Im September 2021 wurde die größte Indexreform abgeschlossen. Was es damit auf sich hat, wieso der DAX und sein Stand so bedeutend sind und was Ihr noch wissen solltet, lest Ihr hier.

Was ist der DAX?

DAX ist eine Abkürzung und steht für Deutscher Aktienindex. Er umfasst seit 2021 die 40 größten Unternehmen des Landes (nach Marktkapitalisierung). Das heißt: Der DAX spiegelt die Entwicklung dieser Unternehmen wider – und taugt damit auch als Indikator für die Situation der deutschen Wirtschaft. Als Leitindex für den deutschen Aktienmarkt hat er sich national und international etabliert. Beim DAX handelt es sich im Gegensatz zu manch anderem internationalem Index um einen Performance-Index, dessen Dividenden rechnerisch wieder reinvestiert werden.


Seit wann gibt es den DAX?

Der DAX wurde am 1. Juli 1988 eingeführt. Entwickelt haben ihn damals die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen, die Frankfurter Wertpapierbörse und die Börsen-Zeitung. Für den 31. Dezember 1987 ist er auf 1.000 Indexpunkte normiert worden.


Wie werden die Punkte berechnet? Was bedeuten sie?

Vorab: Die Punkte haben keine absolute Bedeutung. Das heißt: Der Stand des DAX taugt nicht zum Vergleich mit anderen Indizes. Es lohnt sich lediglich der Vergleich der Veränderungen. Habt ihr beispielsweise alle Unternehmen mit ihren im Index vorliegenden Gewichtungen erworben, dann führt ein 1%-iger Anstieg des DAX auch zu einem Anstieg eures Portfolios um 1%. Für die Berechnung des Index werden die Unternehmen im DAX unterschiedlich gewichtet. Die konkrete Berechnung basiert auf einer Formel des deutschen Ökonomen Étienne Laspeyres (1834 – 1913). Die Gewichtung entspricht dem Gesamtwert der frei handelbaren Aktien (sog. Streubesitz) eines Unternehmens. Das sind alle Aktien außer jenen, die das Unternehmen selbst oder Großaktionäre (mehr als 5%) halten. Um den Einfluss von Großunternehmen zu begrenzen, wird bei den Quartalsüberprüfungen des Index ein zwischenzeitlich über 10% hinausgegangenes Gewicht wieder auf diese Marke zurückgesetzt.Beispielrechnung: Ist ein Unternehmen mit 10% gewichtet, so bedeutet das: Steigt der Kurs des Unternehmens um 10% (und alle anderen im Index enthaltenen Aktien verändern ihren Wert nicht), so steigt der Dax um 1%. (10% von 10% = 1%)Die Berechnungsmethode nach Laspeyres wird übrigens auch bei der Bestimmung des Verbraucherpreisindex für Deutschland angewandt.


Kann man den DAX kaufen?

Der Index startete 1988 bei 1.000 Punkten, heute notiert er bei rund 15.000 Zählern. Von solchen Wachstumsraten möchten natürlich auch viele Anleger profitieren. Doch direkt kaufen kann man den DAX nicht. Er ist zwar ein Wertpapier und hat auch eine Identifikationsnummer (ISIN: DE0008469008). Allerdings ist der DAX ein Index, besteht aus 40 einzelnen Aktien und kann somit nur indirekt gekauft (nachgebildet) werden. Es wäre sehr aufwendig und teuer, alle Einzelaktionen nach ihrer Gewichtung zu kaufen. Dafür gibt es so genannte Indexzertifikate und ETFs, mit denen der DAX bzw. dessen Entwicklung einfach und kostengünstig „nachgebaut“oder „abgebildet“ werden kann.


Welche Unternehmen sind seit 2021 im DAX?

Adidas AG, Allianz SE, Airbus SE, BASF SE, Bayer AG, BMW AG, Brenntag SE,Continental AG, Covestro AG, Daimler AG, Delivery Hero SE, Deutsche Bank AG, Deutsche Boerse AG, Deutsche Post AG, Deutsche Telekom AG, Deutsche Wohnen SE, E.ON SE, Fresenius M.c. AG & Co., Fresenius SE & Co., HeidelbergCement AG, HelloFresh SE, Henkel, Infineon Technologies AG, Linde plc, Merck, MTU Aero Engines AG, Munich Re SE, Porsche Automobil Holding, Puma SE, Qiagen N.V., RWE AG, SAP SE, Sartorius AG Vz,Siemens AG, Siemens Energy AG, Siemens Healthineers AG, Symrise AG, Volkswagen, Vonovia, Zalando SE (Stand: 2021)


Wie kommt ein Unternehmen in den DAX?

Durch den Wirecard-Skandal wurden einige Schwachpunkte an den Zugangsregularien des DAXes offengelegt, auf die reagiert wurde. Seit September 2021 gelten neue Regeln für die Zulassung eines Unternehmens in den DAX.Davor spielten Börsenumsatz und Marktkapitalisierung die entscheidende Rolle als Zutrittskriterium. Jetzt geht es nur doch um die Marktkapitalisierung der frei handelbaren Aktien, d.h. Anteile von Großaktionären über 5% sowie eigene Aktien im Besitz des Unternehmens bleiben unberücksichtigt. Somit kommt in den DAX, wer unter den derzeit 231 für die Aufnahme qualifizierten Unternehmen die Plätze 1 bis 40 erreicht. Der Börsenumsatz ist nur noch eine Mindestanforderung, ebenso wie die Gewinnerzielung in den 2 Jahren vor der Aufnahme. 
Zusätzlich sind alle DAX-Unternehmen verpflichtet testierte Geschäfts- und Quartalsberichte spätestens 90 Tage nach Ende ihres Geschäftsjahres zu veröffentlichen. Die Frist kann durch die Börse um 30 Tage verlängert werden. Kommt ein Unternehmen dieser Aufforderung nicht nach, wird es aus dem Index ausgeschlossen. Damit zieht die Deutsche Börse eine direkte Lehre aus dem Wirecard-Skandal. Das Unternehmen hatte 2020 die Veröffentlichung seiner Zahlen mehrfach verschoben, blieb aber weiter im DAX gelistet.


Gibt es noch andere deutsche Indizes?

Neben dem DAX umfasst die Indexfamilie der Deutschen Börse AG weitere Indizes wie beispielsweise den MDAX, der die 50 größten und börsenumsatzstärksten Unternehmen nach dem DAX abbildet, den TecDAX, der einen Fokus auf Technologieunternehmen unterhalb des DAX legt, und den SDAX, der die 70 größten und meist gehandelten Unternehmen unterhalb des MDAX umfasst.Außerdem gibt es Branchen- sowie Themenindizes wie den ÖkoDAX für Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien oder Strategieindizes wie den DivDAX für dividendenstarke Unternehmen.

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